Was ist das?
Diese Rollen beschreiben eine Motivation. Ein Service Top setzt vielleicht einen Flogger bei einem Gegenüber ein, das Impact Play liebt, ohne selbst nach Dominanz zu suchen, und findet Erfüllung im eigenen Können und in der Freude des anderen Menschen. Ein Service Bottom lässt sich vielleicht spanken, weil das Gegenüber es so gern tut, und genießt dabei eher die Verbindung und das Schenken als die Empfindung selbst. Beides sind legitime Wege, Kink zu teilen, wenn die Interessen zweier Menschen nicht ganz zusammenpassen.
Ein Service Top führt Kink-Aktivitäten aus, um die Wünsche des Bottoms zu erfüllen, und ein Service Bottom empfängt Aktivitäten vor allem, weil der Top sie gern gibt. In beiden Fällen geht es darum, den Wünschen des Gegenübers durch eine Aktivität zu dienen, nicht um Machtaustausch. Communitys verwenden die Begriffe etwas unterschiedlich, deshalb lohnt es sich nachzufragen, was jemand damit meint.
Was dazugehört
- Die Person, der gedient wird, beschreibt meist genau, was sie sich wünscht, und die dienende Person entscheidet, ob und wie sie es umsetzt.
- Ein Service Top konzentriert sich oft auf Technik, liest die Reaktionen des Bottoms und liefert die gewünschte Intensität.
- Ein Service Bottom stellt Körper und Zeit für Aktivitäten zur Verfügung, die der Top genießt, innerhalb selbst gesetzter Grenzen.
- Meist gibt es keine Erwartung von Gehorsam, keine Anreden und keine dauerhaften Regeln.
- Rückmeldungen sind direkt und praktisch, denn das Ziel ist, das Erlebnis für das Gegenüber stimmig zu machen.
So fängst du an
Jede Person schreibt auf, was sie empfangen oder geben möchte und was sie bereit ist, dem Gegenüber zuliebe anzubieten.
Einigt euch darauf, wie genau Wünsche sein dürfen, etwa ein exakter Ablaufplan oder ein lockerer Rahmen.
Beginnt mit Aktivitäten, in denen sich die dienende Person bereits sicher und wohl fühlt.
Fragt danach nach, ob auch die dienende Person die Session lohnend fand und nicht nur erträglich.
Weiterentwickeln
- Baut gezielt Fertigkeiten auf, damit ein Service Top eine größere Bandbreite an Aktivitäten sicher anbieten kann.
- Probiert, euch abzuwechseln, sodass jede Person einmal diejenige ist, der gedient wird.
- Achtet darauf, ob ein Interesse an Machtaustausch entsteht, und verhandelt es ausdrücklich, falls ja.
- Führt eine gemeinsame Liste mit Sessions, die euch gefallen haben, damit die Planung leichter wird.
Sicherheit
- Die dienende Person bleibt für ihr eigenes Handeln verantwortlich und sollte Wünsche ablehnen, die ihr Können übersteigen.
- Behaltet Safewords und Check-ins bei, denn auch ein genauer Wunsch garantiert nicht, dass sich die Session im Moment richtig anfühlt.
- Achtet auf Groll oder Erschöpfung bei der dienenden Person, die sich mit der Zeit unbemerkt aufbauen können.
- Plant Aftercare für euch beide ein, einschließlich echter Wertschätzung für die Person, die gedient hat.
Einvernehmen
- Jemandem zu dienen ist eine Entscheidung, und die dienende Person kann jederzeit ablehnen oder aufhören.
- Ein Wunsch ist keine Verpflichtung, auch nicht in einer Beziehung, in der Service üblich ist.
- Verhandelt Grenzen auf beiden Seiten, auch das, was die dienende Person nicht tun möchte.
- Überdenkt die Vereinbarung, wenn eine Person regelmäßig das Gefühl hat, dienen zu müssen, um die Beziehung zu halten.
Warnhinweise
- Behandelt einen Service Top nicht wie ein Werkzeug, das man bedient. Er ist ein Mensch mit eigenen Grenzen und Bedürfnissen.
- Ein Service Bottom, der Aktivitäten erträgt, die er nicht mag, verbirgt vielleicht sein Unbehagen. Fragt deshalb oft und ehrlich nach.
- Der Begriff Service Top wird manchmal als Witz oder Kritik benutzt, beschreibt aber eine echte und respektable Rolle.
- Wenn die Interessen über lange Zeit sehr ungleich verteilt bleiben, sprecht offen darüber, ob die Beziehung die Bedürfnisse von euch beiden erfüllt.
Gut zu wissen
- Service Tops und Service Bottoms unterscheiden sich von dienender Unterwerfung, bei der Dienste Ausdruck einer D/s-Beziehung sind.
- Viele Menschen sind bei manchen Partner*innen Service Top oder Service Bottom und bei anderen mit mehr eigenem Interesse dabei.
- Diese Rollen kommen in Freundschaften und Spielpartnerschaften genauso vor wie in Liebesbeziehungen.
- Service Top oder Service Bottom zu sein heißt nicht, keine eigenen Kink-Interessen zu haben.