Was du sagen kannst
Mir ist aufgefallen, dass du sehr verletzt wirkst, wenn [die Sache] zur Sprache kommt und ich Nein sage, und dann fühle ich mich schuldig. Ich möchte, dass du weißt: Mein Nein gilt dieser Sache, nicht dir und auch nicht der Frage, wie sehr ich dich will. Ich liebe, was wir miteinander teilen.
Bei diesem Punkt werde ich meine Meinung nicht ändern, und ich wünsche mir, dass wir nicht immer wieder darauf zurückkommen. Können wir darüber reden, was es dir bedeutet, und ob es andere Dinge gibt, die wir gemeinsam genießen könnten und die dir etwas von dem geben, was du suchst?
Wie es weitergeht
Finde heraus, wofür diese Sache für dein Gegenüber steht. Manchmal steht eine bestimmte Handlung für etwas Größeres, etwa sich vertraut, begehrt, in Kontrolle oder fallen gelassen zu fühlen. Wenn du das weißt, findet ihr vielleicht andere Wege, dieses Bedürfnis zu erfüllen, mit denen ihr euch beide wohlfühlt.
Mit dem Vorliebentest könnt ihr beide euer Ja, Vielleicht und Nein an einem Ort sammeln. Zu sehen, wie viel ihr teilt, nimmt einem einzelnen klaren Nein oft etwas von seiner Schärfe, und vielleicht entdeckt ihr dabei neue Ideen, an die ihr noch nicht gedacht habt.
Vereinbart, wie ihr mit Grenzen umgeht: Wenn eine Grenze einmal benannt ist, wird sie nicht wieder aufgebracht, außer die Person, die sie gesetzt hat, möchte selbst darüber reden. Dein Gegenüber darf traurig sein und über diese Gefühle sprechen, muss aber mit ihnen umgehen, ohne dich dafür verantwortlich zu machen.
Sicherheit zuerst
Enttäuschung ist menschlich. Druck nicht. Zu Zwang wird es, wenn dein*e Partner*in immer wieder fragt, schmollt oder dir zur Strafe Zuneigung entzieht, sagt, du würdest es tun, wenn du sie*ihn wirklich lieben würdest, droht, es sich woanders zu holen, oder die Sache während einer Session ohne deine Zustimmung versucht. Eine Grenze beim Spielen zu übergehen, ist eine Verletzung deiner Zustimmung.
Wenn du dich unter Druck gesetzt oder unsicher fühlst, kannst du dich an die Hilfetelefone aus unserer Übersicht „Hilfetelefone“ wenden oder dir Unterstützung bei einer Beratungsstelle oder in einer Therapie holen. Wenn jemand in akuter Gefahr ist, ruf den Notruf 112.
Tipps
Halte deine Antwort kurz und freundlich, etwa: „Das bleibt für mich ein Nein, aber ich würde gern etwas anderes mit dir machen.“ Du musst eine Grenze nicht jedes Mal neu begründen.
Achte darauf, ob die Kränkung deines Gegenübers mit der Zeit und durch Gespräche nachlässt. Wenn ja, ist das ein gutes Zeichen. Wenn nicht, und du dich jedes Mal innerlich wappnest, sobald es um Sex geht, nimm das ernst, vielleicht mit Unterstützung einer Paarberatung oder Sexualtherapie.
Damit es nicht wieder passiert
Ein gutes Gespräch hilft heute. Ein gemeinsames Werkzeug hilft euch, nächsten Monat nicht wieder am selben Punkt zu stehen.
Der Vorliebentest zeigt, was ihr jeweils liebt, neugierig macht oder nicht wollt. So könnt ihr vergleichen, ohne zu raten.
Zum VorliebentestSchlagwörter
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