Was ist das?
Ein Atem- und Kussfetisch ist Erregung durch die Empfindungen von Mund und Atmung des Gegenübers. Manche lieben langsame, tiefe Küsse, das Gefühl, wenn das Gegenüber gegen den eigenen Hals ausatmet, oder den gemeinsamen Atem ganz aus der Nähe. Der Reiz liegt meist in Nähe, Wärme und ungeteilter Aufmerksamkeit.
Bei diesem Fetisch stehen Mund und Atem im Mittelpunkt: tiefe Küsse, der warme Atem des Gegenübers auf der Haut oder sein natürlicher Duft aus nächster Nähe. Es ist ein risikoarmes, sehr intimes Interesse, das viele Paare in irgendeiner Form schon genießen. Eine Einschränkung der Atmung gehört nicht dazu, das ist eine eigene und gefährliche Praxis.
Was dazugehört
- Lange, tiefe Küsse und das Erkunden verschiedener Kussarten stehen oft im Mittelpunkt dieses Interesses.
- Manche genießen es, den Atem des Gegenübers im Gesicht, am Hals oder an den Ohren zu spüren.
- Im gleichen Rhythmus zu atmen oder sich ganz nah den Atem zu teilen, kann sehr verbindend wirken.
- Für manche gehört der Duft von Atem oder Mund des Gegenübers zur Anziehung.
- Bei vielen Paaren verstärkt das Interesse eher die Nähe, als dass es verändert, was sie tatsächlich tun.
So fängst du an
Erzähl deinem*deiner Partner*in mit konkreten Beispielen, was du an Küssen und Atem genießt.
Beginnt mit langsamen, ruhigen Küssen und achtet darauf, was sich für euch beide gut anfühlt.
Hauche deinem Gegenüber sanft an den Hals oder die Ohren und frag, wie es sich anfühlt.
Sprecht über eure Vorlieben bei der Mundhygiene, etwa vorher Zähne putzen oder bestimmte Lebensmittel weglassen.
Fragt nach, wie viel Nähe sich gut anfühlt, denn manche Menschen brauchen mehr persönlichen Raum als andere.
Weiterentwickeln
- Nehmt euch längere Zeit, die nur Küssen und Atem gehört.
- Probiert Variationen aus, etwa zarte Küsse, Necken nahe an den Lippen oder synchrones Atmen.
- Kombiniert den Atem mit anderen leichten Reizen, etwa einer Feder oder einer Augenbinde, wenn ihr beide das mögt.
- Bringt Düfte oder Aromen ins Spiel, die dein Gegenüber mag, etwa einen Lieblingslippenbalsam oder Minze.
- Übt gemeinsam langsame Atemübungen, um Entspannung und Verbindung zu vertiefen.
Sicherheit
- Halte bei diesem Spiel niemals Mund oder Nase zu und schränke die Luftzufuhr deines Gegenübers niemals ein.
- Verzichtet aufs Küssen, wenn jemand von euch Lippenherpes, eine Erkältung oder eine andere ansteckende Krankheit hat.
- Blast nicht kräftig in Ohren oder Nase des Gegenübers, das kann schmerzen oder verletzen.
- Macht bei langen Kussphasen Pausen, damit ihr beide frei atmen und den Kiefer entspannen könnt.
- Gib deinem Gegenüber mehr Raum, wenn sich das Atmen aus nächster Nähe für es beengend anfühlt.
Einvernehmen
- Frag, ob Aufmerksamkeit für den Duft erwünscht ist, denn manche Menschen sind wegen ihres Atems unsicher.
- Vereinbart ein einfaches Zeichen für eine Pause, besonders bei langen oder intensiven Küssen.
- Respektiere es, wenn dein Gegenüber gern küsst, aber keine Kommentare zu Atem oder Duft möchte.
- Sprecht gesundheitliche Themen wie Lippenherpes vor dem Küssen an, damit ihr beide informiert entscheiden könnt.
- Macht euch gegenseitig klar, dass dieses Interesse keine Atemeinschränkung umfasst, denn die birgt ganz eigene, ernste Risiken.
Warnhinweise
- Das Einschränken der Atmung ist eine eigene Praxis mit ernsten Risiken, und es gibt keinen bekannten Weg, sie sicher zu machen.
- Lippenherpes und einige andere Infektionen werden beim Küssen leicht übertragen, also pausiert während eines Ausbruchs.
- Wenn dir durch langes Küssen oder tiefes Atmen schwindelig wird, hör auf und atme normal weiter.
- Jemanden lange in engen Körperkontakt zu drängen, kann bei ihm das Gefühl auslösen, erdrückt zu werden, oder Angst machen.
Gut zu wissen
- Küssen gehört zu den häufigsten Formen von Intimität, deshalb passt dieses Interesse oft ganz selbstverständlich in eine Beziehung.
- Viele erleben, dass Küssen Nähe schafft und ihnen hilft einzuschätzen, ob die Chemie mit einem Gegenüber stimmt.
- Atem- und Kussfetische sind in der Regel risikoarm, wenn beide das Wohlbefinden und die Gesundheit des anderen respektieren.
- Der Begriff Breath Play meint meist das Einschränken der Luftzufuhr, und das gehört nicht zu diesem Fetisch.
- Vorlieben rund um Duft sind sehr unterschiedlich, deshalb hilft ein ehrliches Gespräch, peinliche Momente zu vermeiden.