Was ist das?
Gummiriemen haben mehr Gewicht und ziehen stärker über die Haut, deshalb trifft jeder Schlag mit Wucht und Biss zugleich. Dickere, runde Riemen wirken eher dumpf, dünne, flache Riemen eher brennend. Wer starke Empfindungen mag, schätzt Gummi oft wegen seiner Intensität und weil er sich leicht reinigen lässt.
Bei einem Gummi-Flogger bestehen die Riemen aus Gummi oder einem ähnlichen Kunststoff, der dichter und griffiger ist als Leder. Er kann eine Mischung aus dumpfem Aufprall und deutlichem Brennen erzeugen und fühlt sich oft stärker an, als er aussieht. Gründliches Aufwärmen und sorgfältige Kontrolle helfen, die Intensität in dem Rahmen zu halten, den sich der Bottom wünscht.
Was dazugehört
- Intensive, brennende Schläge, die zugleich spürbar dumpf wirken können.
- Schärfere Empfindungen als bei Wildleder oder weichem Leder mit gleichem Krafteinsatz.
- Mehr Präzision in der Kontrolle, weil sich schon kleine Änderungen der Kraft deutlich stärker anfühlen.
- Konzentration auf große, gut gepolsterte Flächen wie oberen Rücken, Po und Oberschenkel.
So fängst du an
Fang viel leichter an, als du denkst, denn Gummi trifft härter, als sein Gewicht vermuten lässt.
Wärm die Haut gründlich mit den Händen oder einem weicheren Flogger auf, bevor Gummi ins Spiel kommt.
Lerne die richtige Technik zuerst an einem Kissen, auch den passenden Abstand und wie du vermeidest, dass sich die Riemen um den Körper wickeln.
Steigere die Intensität langsam und lass dich bei jeder Steigerung von der Rückmeldung des Bottoms leiten.
Weiterentwickeln
- Steigere die Intensität vorsichtig von Session zu Session statt innerhalb einer einzigen Session.
- Übe die Kontrolle, bis du sanfte und harte Schläge gleich genau setzen kannst.
- Wechsle Gummi mit weicheren Toys ab, um Kontraste in der Empfindung zu schaffen.
- Entwickle Rhythmus und Muster, die es dem Bottom ermöglichen, sich ganz auf das Erleben einzulassen.
Sicherheit
- Meide Wirbelsäule, Nieren, Nacken, Gesicht, Gelenke und Steißbein und schlag nur auf gut gepolsterte Stellen.
- Kontrolliere die Haut häufig, denn Striemen und Blutergüsse können schneller entstehen als bei Leder oder Wildleder.
- Achte darauf, dass sich die Riemen nicht um Rippen oder Hüften wickeln, denn dort treffen die Spitzen am härtesten.
- Lass empfindliche Bereiche tabu, bis du eine sichere Kontrolle hast und es eine ausdrückliche Absprache gibt.
- Plant Aftercare ein, mit Zeit zum Ausruhen, Wasser und beruhigender Berührung für Haut mit Spuren.
Einvernehmen
- Sprecht ausführlich über die erwartete Intensität, auch darüber, wie der Bottom zu Spuren steht.
- Legt vor dem Start klare Grenzen für Körperbereiche und maximale Intensität fest.
- Nutzt ein Ampelsystem, damit der Bottom leicht „langsamer“ oder „Stopp“ signalisieren kann.
- Macht häufig Check-ins, vor allem beim Wechsel von einem weicheren Flogger zu Gummi.
Warnhinweise
- Gummi kann schon bei mäßigem Krafteinsatz schnell Striemen und Blutergüsse verursachen.
- Der Flogger fühlt sich oft intensiver an, als er aussieht, deshalb unterschätzen Tops leicht seine Wirkung.
- Hör auf, wenn die Haut aufplatzt, tiefe Blutergüsse entstehen oder der Bottom stechende oder ungewöhnliche Schmerzen meldet.
- Such ärztliche Hilfe bei Blut im Urin oder starken Schmerzen nach Schlägen in der Nähe des unteren Rückens.
Gut zu wissen
- Gummi ist nicht porös und lässt sich daher leichter als Leder mit Wasser und Seife waschen und desinfizieren.
- Trockne die Riemen nach dem Waschen gründlich und häng den Flogger auf, damit sich nichts verheddert.
- Halte Gummi von Hitze, Sonnenlicht und Ölen fern, denn sie können ihn mit der Zeit spröde oder klebrig machen.
- Prüf Riemen und Griff regelmäßig und sortiere den Flogger aus, wenn Riemen rissig werden oder aufspalten.