Das Wichtigste
- Zum Atmen müssen sich Brustkorb und Bauch frei bewegen können
- Am riskantesten sind Bauchlagen, bei denen Arme oder Beine nach hinten gefesselt sind
- Gewicht auf Brust oder Rücken kann eine ausreichende Atmung verhindern
- Wer plötzlich still oder schlaff wird, ist in Gefahr
- Erst lösen, dann fragen
Im Detail
- Lagebedingtes Ersticken (positionelle Asphyxie) entsteht, wenn die Körperhaltung eine ausreichend tiefe Atmung verhindert. Es kann sich langsam aufbauen und dann schnell gefährlich werden
- Riskante Positionen: Bauchlage mit an die Knöchel gefesselten Handgelenken (Hogtie), ein auf die Brust gebeugter Kopf, Hängen an den Armen und jedes Knien, Sitzen oder Liegen auf Brust oder Rücken einer anderen Person
- Das Risiko steigt durch Erschöpfung, Gegenwehr, Alkohol oder Drogen, einen schwereren Körper, Herz- oder Lungenerkrankungen und jeden Knebel oder jede Haube
- Warnzeichen: schnelle oder angestrengte Atmung, Japsen, keine ganzen Sätze mehr, Verwirrtheit, Panik, bläuliche Lippen oder plötzliche Stille
- Halte riskante Positionen kurz, bleib in Reichweite und behalte die Atmung der Person die ganze Zeit im Blick
- Bevorzuge Positionen in Seiten- oder Rückenlage, in denen die Person den Kopf heben kann
- Reagiert die Person nicht: Fesseln lösen, Atmung prüfen, bei Atmung in die stabile Seitenlage bringen, ohne Atmung mit der Wiederbelebung beginnen und den Notruf 112 wählen
Warnhinweise
- Halte Stille oder Reglosigkeit nicht für Genuss
- Kombiniere niemals einen Knebel mit einer Fesselung in Bauchlage
- Ein Safeword hilft niemandem, der nicht genug Luft zum Sprechen hat
- Lass eine gefesselte Person niemals allein, auch nicht kurz
- Gegenwehr verbraucht mehr Sauerstoff und macht die Lage schlimmer
Weiterführendes und nächste Schritte
- Ein Erste-Hilfe-Kurs mit Herz-Lungen-Wiederbelebung und stabiler Seitenlage
- Notruf 112 (in Österreich und der Schweiz erreichst du den Rettungsdienst auch unter 144)
- Bondage-Kurse bei erfahrenen Lehrenden
- Unser Ratgeber zu medizinischen Notfällen