Bevor ihr anfangt: Sprecht alles in Ruhe und nüchtern durch, vereinbart ein Safeword und ein nonverbales Zeichen und legt Sicherheitsschere, Wasser und Handy in Reichweite.
Was ihr braucht
- Den Bibliothekseintrag zu Verhörspielen, vorher gemeinsam gelesen In der Bibliothek
- Ein vollständiges Vorgespräch, am besten schriftlich festgehalten In der Bibliothek
- Ein Safeword und zusätzlich ein eigenes Signal für den Rollenausstieg In der Bibliothek
- Einen Plan für verschlüsselte Check-ins, die in die Geschichte passen In der Bibliothek
- Eine komplett erfundene Geschichte, etwa ein Spionagethriller oder eine Science-Fiction-Mission, mit einem geheimen Codewort
- Einen stabilen Stuhl ohne Rollen und eine Lampe, die den Raum beleuchtet, ohne in die Augen zu blenden
- Optional: Klettfesseln, die sich schnell öffnen lassen, für eine leichte Fixierung In der Bibliothek
- Eine Sicherheitsschere in Reichweite, sobald gefesselt wird In der Bibliothek
- Requisiten wie eine Mappe mit einem erfundenen Dossier
- Wasser, eine Decke und bequeme Kleidung für danach
Vorbereitung
Schreibt die Geschichte gemeinsam: Schauplatz, Rollen, das Geheimnis und wie die gefangene Person am Ende bricht. Haltet sie klar erkennbar fiktiv.
Listet auf, welche Druckmittel willkommen sind, etwa laute Stimme, Bluffs, Schweigen oder Nähe, und welche nicht.
Sprecht über traumatische Erfahrungen, besonders mit Polizei, Militär, Haft, Mobbing oder Gewalt.
Übt das Safeword und das Signal für den Rollenausstieg vor der Session einmal laut.
Bereitet den Raum vor: Stuhl, Lampe, Requisiten, Wasser und Decke, mit gut erreichbarem Schalter für das Hauptlicht.
Legt eine Zeitgrenze fest, etwa 45 Minuten in der Rolle, und plant mindestens 30 Minuten für Aftercare und Nachbesprechung ein.
Wählt einen Tag ohne Verpflichtungen danach und verzichtet vorher und währenddessen auf Alkohol.
Das sprecht ihr vorher ab
- Wie lautet das Safeword? Weil die gefangene Person in der Rolle Nein, Stopp oder Niemals sagen darf, wählt ein Wort, das in der Geschichte nicht vorkommen kann, etwa Rot.
- Welches Signal steht für eine kurze Pause außerhalb der Rolle, ohne die Session zu beenden, etwa eine flache Hand auf dem Kopf oder das Wort Auszeit?
- Welche Themen aus dem echten Leben sind tabu? Drohungen, die echte Jobs, Familie, Kinder, Geld, Aufenthaltsstatus, Gesundheit, ein Outing oder die Beziehung selbst betreffen, gehören nie zur Geschichte.
- Welche persönlichen Fakten darf die verhörende Person nutzen, wenn überhaupt? Was im Vertrauen erzählt wurde, bleibt draußen, außer es wird ausdrücklich angeboten.
- Welche Worte, Beleidigungen oder Themen sind Hard Limits?
- Welche körperlichen Elemente gehören dazu, etwa eine Hand auf der Schulter oder eine leichte Fixierung, und welche nicht?
- Wie funktionieren verschlüsselte Check-ins, etwa eine Frage nach Wasser innerhalb der Geschichte, die ihr beide als echten Check-in kennt und mit einer Farbe beantwortet?
- Wie endet die Session: wenn das Codewort fällt, wenn die Zeit um ist oder mit einem vereinbarten Schlusssatz?
- Darf auch die verhörende Person unterbrechen oder abbrechen? Vereinbart, dass sie das darf und muss, wenn etwas nicht stimmt.
Sicherheitschecks
- Nutzt nie echte Verhörmethoden: keine Atemkontrolle, kein Wasser, kein Schlafentzug, keine langen Stresspositionen und kein Vorenthalten von Essen, Trinken oder Toilette.
- Drohungen bleiben in der Fiktion. Nichts, was in der Rolle gesagt wird, darf sich auf echte Folgen im Leben der gefangenen Person beziehen.
- Achtet auf Erstarren oder Dissoziation, etwa einen leeren Blick, eine flache Stimme oder fehlende Reaktionen. Unterbrecht dann und fragt außerhalb der Rolle nach.
- Schreit nicht direkt ins Ohr und schlagt nicht nah am Kopf auf Möbel, denn plötzlicher Lärm kann stärker erschrecken als gewollt.
- Fesseln müssen sich schnell lösen lassen, die Sicherheitsschere liegt in Reichweite, und die gefangene Person wird nie allein gelassen.
- Nehmt das Signal für den Rollenausstieg immer ernst, ohne Reaktion in der Rolle und ohne Strafe.
- Nichts, was in der Session gestanden oder gesagt wurde, wird später in einem Streit oder als echter Vorwurf verwendet.
- Ist die gefangene Person danach überwältigt, helfen Erdungsübungen. Hält die Belastung an, können die Hilfsangebote auf unserer Seite „Hilfetelefone“ oder eine kinkfreundliche therapeutische Begleitung helfen.
Die Szene Schritt für Schritt
Der Ablauf ist für Erwachsene
Er beschreibt sexuelle Handlungen und BDSM-Praktiken im Detail. Du siehst ihn erst, wenn du bestätigst, dass du mindestens 18 bist. Der Plan oben enthält alles, was du brauchst, um zu entscheiden, ob diese Szene zu euch passt.
Aftercare
- Tretet mit einem klaren Ritual aus den Rollen: Hauptlicht an, Fesseln ab, Requisiten weg, echte Namen aussprechen.
- Bietet Wasser, eine Decke, bequeme Kleidung und ruhige, warme Berührung an, wenn sie willkommen ist.
- Die verhörende Person sagt deutlich, dass der Druck Teil der Geschichte war, und nennt etwas, das sie an ihrem Gegenüber respektiert.
- Besprecht die Session nach, sobald ihr beide zur Ruhe gekommen seid: Was hat funktioniert, was hat sich zu echt angefühlt, was behaltet ihr und was lasst ihr weg?
- Denkt daran, dass auch die verhörende Person nach einer harten Rolle einen Drop erleben kann und Fürsorge braucht.
- Fragt am nächsten Tag und ein paar Tage später noch einmal nach, denn starke Reaktionen zeigen sich manchmal erst spät.
Varianten
- Sanfter: Spielt eine augenzwinkernde Version, etwa eine verspielte Detektivgeschichte, ohne Fesseln und mit mehr Humor.
- Sanfter: Begrenzt die Zeit in der Rolle auf 15 Minuten mit einem klar festgelegten Ende.
- Intensiver: Entwickelt die Geschichte über mehrere Sessions, mit ausgefeilteren Figuren und langsam steigendem Druck.
- Intensiver: Ergänzt sorgfältig ausgehandelte Elemente aus Sensation oder Impact Play, aber erst, wenn frühere Sessions gut gelaufen und nachbesprochen sind.
Aufklärende Inhalte. Keine medizinische, rechtliche oder psychologische Beratung.