Das Wichtigste
- Sag in ein, zwei schlichten Sätzen, was passiert ist
- Nenne Alkohol, Drogen, Poppers und Medikamente, auch Potenzmittel
- Sag, wie lange die Person gefesselt, bewusstlos oder ohne genug Luft war
- Erwähne jeden Gegenstand, der noch im Körper sein könnte
Im Detail
- Reihenfolge: was passiert ist, wann, was sich seitdem verändert hat, was du schon getan hast
- Beispiel: „Sie war 40 Minuten im Stehen gefesselt, ist ohnmächtig geworden und mit dem Kopf aufgeschlagen. Sie war etwa eine Minute weg und hat zwei Gläser Wein getrunken.“
- Der Hergang zählt mehr als der Zusammenhang: Druck auf den Hals, ein Sturz, Strom, ein Schlag auf den Kopf. Warum die Session so aussah, spielt keine Rolle
- Substanzen: Nenne alles, auch Poppers, Potenzmittel und Partydrogen. Manche Behandlungen sind sonst gefährlich
- Gegenstände: Steckt etwas im Körper fest, sag es deutlich
- Lass die verletzte Person selbst sprechen, wenn sie kann. Rettungskräfte fragen manchmal unter vier Augen, ob sie sicher ist; das ist gute Praxis, keine Anschuldigung
- Bevor Hilfe da ist: Tür aufschließen, Licht an, die Person zudecken und Ausrüstung wegräumen
- Rettungskräfte und Ärzt*innen unterliegen der Schweigepflicht. Ihnen geht es um deine Gesundheit, nicht um dein Sexleben
Warnhinweise
- Wer aus Scham etwas weglässt, riskiert eine falsche Behandlung
- Entferne keinen Gegenstand, der in einer Wunde oder im Körper feststeckt; überlass das dem Fachpersonal
- Gib während des Wartens nichts zu essen, zu trinken und keine Medikamente, außer die Leitstelle sagt es dir
- Ist eine Verletzung an Hals oder Wirbelsäule möglich, bewege die Person nur, wenn sie in Gefahr ist
Weiterführendes und nächste Schritte
- Die Leitstelle am Telefon, die dich durch die Erste Hilfe führen kann
- Eine schriftliche Karte mit medizinischen Infos für alle Beteiligten
- Notruf 112 (in der ganzen EU und in der Schweiz; in Österreich und der Schweiz erreichst du den Rettungsdienst auch unter 144)