Was du sagen kannst
Ich möchte dir etwas erzählen, und ich bin ein bisschen nervös dabei, deshalb sage ich es einfach geradeheraus. Ich bin schon lange neugierig auf [den Kink]. Ich bitte dich nicht, irgendetwas zu tun, und heute Abend muss sich gar nichts ändern. Ich möchte nur keinen Teil von mir vor dir verstecken.
Du musst nicht sofort antworten. Wenn du Fragen hast, rede ich gern mit dir darüber, und wenn du Zeit zum Nachdenken brauchst, ist das auch in Ordnung. Egal, was du dabei fühlst: Ich weiß es lieber, als zu raten.
Wie es weitergeht
Such dir einen ruhigen, ungestörten Moment, in dem keine*r von euch müde oder in Eile ist, und nicht mitten beim Sex. Außerhalb des Schlafzimmers hören Menschen meist neugieriger und mit weniger Druck zu. Es kann helfen, klein anzufangen, mit einem Interesse statt einer ganzen Liste, und klar zu sagen, dass du etwas teilst und nichts einforderst.
Der Vorliebentest ist ein sanfter Einstieg, wenn es sich zu groß anfühlt, es laut auszusprechen. Ihr beantwortet ihn jede*r für sich und vergleicht dann, wo sich eure Interessen überschneiden. So muss niemand raten oder das Gegenüber in Verlegenheit bringen. Außerdem zeigst du damit, dass dir das Ja, Vielleicht und Nein deines Gegenübers genauso wichtig ist wie dein eigenes.
Gib der ersten Reaktion etwas Raum. Überraschung ist nicht dasselbe wie Ablehnung, und viele Menschen brauchen ein, zwei Tage, um ihre Gefühle zu sortieren. Sprecht danach noch einmal kurz und entspannt darüber, was dein Gegenüber neugierig macht, wo Unsicherheit ist und was ein klares Nein ist.
Sicherheit zuerst
Dein*e Partner*in darf Nein dazu sagen, mitzumachen, und du darfst das Interesse trotzdem haben. Nicht in Ordnung ist es, wenn dein Gegenüber sich über dich lustig macht, dich ekelhaft nennt, es ohne deine Erlaubnis anderen erzählt, droht, dich zu outen, oder das Geteilte im Streit gegen dich verwendet. Solche Reaktionen haben mit Kontrolle und Beschämung zu tun, nicht mit deinem Kink.
Wenn deine Offenheit zu Drohungen, Demütigung oder Angst führt, wende dich bitte an eine Vertrauensperson, an eine kinkfreundliche Beratung oder Therapie oder an die Hilfetelefone aus unserer Übersicht „Hilfetelefone“. Wenn jemand in akuter Gefahr ist, ruf den Notruf 112.
Tipps
Schreib dir vorher auf, was du sagen möchtest, auch was der Kink dir bedeutet und worum du ausdrücklich nicht bittest. Wenn du vorbereitet bist, bleibst du leichter ruhig, falls das Gespräch eine unerwartete Wendung nimmt.
Biete Hintergrundwissen an, etwa einen Eintrag aus unserer Bibliothek oder einen Artikel, dem du vertraust, damit dein Gegenüber sich in Ruhe und im eigenen Tempo informieren kann. Und sei freundlich zu dir, egal wie es ausgeht: Ehrlich zu zeigen, wer du bist, braucht Mut, und die Reaktion deines Gegenübers ändert nichts an deinem Wert.
Damit es nicht wieder passiert
Ein gutes Gespräch hilft heute. Ein gemeinsames Werkzeug hilft euch, nächsten Monat nicht wieder am selben Punkt zu stehen.
Der Vorliebentest zeigt, was ihr jeweils liebt, neugierig macht oder nicht wollt. So könnt ihr vergleichen, ohne zu raten.
Zum VorliebentestSchlagwörter
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