Was du sagen kannst
Ich möchte über etwas reden, das mir immer schwerer fällt. Wenn ich plane, meine Freundinnen und Freunde zu treffen, bist du oft verärgert, oder ich habe am Ende ein schlechtes Gewissen. Meine Freundschaften sind mir sehr wichtig, und ich möchte nicht das Gefühl haben, mich zwischen dir und ihnen entscheiden zu müssen. Ich liebe dich, und ich brauche auch andere Menschen in meinem Leben.
Kannst du mir sagen, was dich an meinen Freundschaften stört? Ich möchte das verstehen, und ich möchte, dass wir einen Weg finden, wie ich sie weiter treffen kann, der sich für uns beide okay anfühlt.
Wie es weitergeht
Hör dir die Gründe an. Manchmal gibt es eine konkrete, berechtigte Sorge, etwa eine befreundete Person, die unhöflich war, oder das Gefühl, ausgeschlossen zu sein. Solche Dinge lassen sich lösen, indem du dein Gegenüber mehr einbeziehst oder ihr darüber redet.
Sei auch ehrlich zu dir selbst, was das Muster angeht. In gesunden Beziehungen wünschen sich Partner*innen in der Regel, dass du auch außerhalb der Beziehung ein erfülltes Leben hast. Wenn die Einwände vage sind, sich ständig ändern oder sich auf alle deine Freund*innen und deine Familie erstrecken, schau genau hin.
Mit dem Vereinbarungs-Editor könnt ihr festlegen, wie ihr Zeit zu zweit und Zeit für euch allein ausbalanciert. Wenn dein*e Partner*in auch nach euren Gesprächen jede Freundschaft schlechtredet, darfst du dich fragen, ob deine Bedürfnisse hier erfüllt werden können.
Sicherheit zuerst
Isolation von Freund*innen und Familie ist ein häufiges Muster in kontrollierenden und gewaltvollen Beziehungen. Warnsignale sind, wenn dein*e Partner*in überwacht, mit wem du redest, Pläne sabotiert, dich gegen deine Freund*innen aufbringt oder dir Angst vor der Reaktion macht, wenn du trotzdem gehst.
Bleib mit den Menschen in Kontakt, denen du vertraust, und erzähl jemandem, was passiert. Wenn du dich abgeschnitten fühlst oder Angst hast, ist das nicht deine Schuld. Eine Beratungsstelle oder Therapie kann helfen, und die Hilfetelefone aus unserer Übersicht „Hilfetelefone“ bieten vertrauliche Unterstützung. Wenn jemand in akuter Gefahr ist, ruf den Notruf 112.
Tipps
Halte an deinen Plänen fest, wenn du sie gemacht hast. Du kannst ruhig und freundlich sagen: „Ich treffe am Samstag meine Freunde und bin abends wieder zu Hause“, ohne darüber zu streiten.
Lade dein Gegenüber ein, deine Freund*innen in entspannter Runde kennenzulernen. Eifersucht wird oft schwächer, wenn aus Unbekannten echte Menschen werden.
Nehmt euch auch Zeit füreinander, damit dein*e Partner*in nicht das Gefühl hat, durch deine Freundschaften ersetzt zu werden. Wenn du merkst, dass du deine Freund*innen nicht mehr triffst, ohne dich je bewusst dafür entschieden zu haben, melde dich diese Woche bei jemandem von ihnen.
Damit es nicht wieder passiert
Ein gutes Gespräch hilft heute. Ein gemeinsames Werkzeug hilft euch, nächsten Monat nicht wieder am selben Punkt zu stehen.
Eine Vereinbarung macht aus eurem Gespräch etwas, auf das ihr beide zurückkommen könnt: Grenzen, Check-ins und was passiert, wenn sich etwas falsch anfühlt.
Gemeinsam eine Vereinbarung schreibenSchlagwörter
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