Was du sagen kannst
Ich möchte über etwas reden, das mich verletzt. Wenn ich Zeit mit [Hobby] verbringe, habe ich oft ein schlechtes Gewissen, als würde ich dich im Stich lassen. Ich verbringe sehr gern Zeit mit dir, und ich brauche auch meine eigenen Interessen, um mich als ganzer Mensch zu fühlen. Es geht nicht darum, meine Hobbys über dich zu stellen.
Kannst du mir helfen zu verstehen, was für dich schwer ist, wenn ich mein eigenes Ding mache? Vielleicht finden wir eine Balance, die für uns beide funktioniert.
Wie es weitergeht
Frag nach, was in deinem Gegenüber vorgeht, wenn du mit deinem Hobby beschäftigt bist. Manchmal ist es Einsamkeit, das Fehlen eigener Interessen oder das Gefühl, dass die gemeinsame Zeit zu kurz kommt. Wenn du das weißt, kannst du auf das eigentliche Bedürfnis eingehen.
Schau ehrlich auf die Balance. Wenn eure gemeinsame Zeit wirklich weniger geworden ist, ist es fair, dafür Raum zu schaffen. Mit dem Vereinbarungs-Editor könnt ihr festlegen, wie ihr Zeit zu zweit, Zeit getrennt und Zeit für die Interessen jeder Person aufteilt.
Wenn dein*e Partner*in auch nach euren Gesprächen nicht akzeptieren kann, dass du ein eigenes Leben hast, deutet das auf starke emotionale Abhängigkeit oder Kontrolle hin. Es kann helfen, dein Gegenüber zu ermutigen, eigene Interessen zu entdecken oder eine Therapie zu machen, aber du solltest nicht alles aufgeben müssen, was dir Freude macht.
Sicherheit zuerst
Sei aufmerksam, wenn du gedrängt wirst, alle deine Interessen, Freundschaften und Zeit für dich aufzugeben, wenn dein*e Partner*in deine Pläne sabotiert oder deine Sachen beschädigt oder wenn du Angst vor der Reaktion hast, sobald du etwas für dich tust. Solche Muster deuten auf Kontrolle und Isolation hin.
Es ist nicht deine Schuld, und du hast Unterstützung verdient. Sprich mit einer Beratungsstelle oder in einer Therapie darüber, oder wende dich für vertrauliche Beratung an die Hilfetelefone aus unserer Übersicht „Hilfetelefone“. Wenn jemand in akuter Gefahr ist, ruf den Notruf 112.
Tipps
Trag regelmäßige Hobbyzeit in einen gemeinsamen Kalender ein, damit sie planbar ist und keine Überraschung. Planbarkeit senkt oft die Anspannung.
Lade dein Gegenüber ein, dein Hobby einmal auszuprobieren, oder erzähl, was du daran liebst. Auch wenn es nichts für die andere Person ist, fühlt sie sich vielleicht weniger ausgeschlossen.
Ermutige deine*n Partner*in, eigene Interessen und Freundschaften zu finden, und freu dich mit, wenn das gelingt. Plant dann etwas, das euch beiden Spaß macht, damit auch die Beziehung Nahrung bekommt.
Damit es nicht wieder passiert
Ein gutes Gespräch hilft heute. Ein gemeinsames Werkzeug hilft euch, nächsten Monat nicht wieder am selben Punkt zu stehen.
Eine Vereinbarung macht aus eurem Gespräch etwas, auf das ihr beide zurückkommen könnt: Grenzen, Check-ins und was passiert, wenn sich etwas falsch anfühlt.
Gemeinsam eine Vereinbarung schreibenSchlagwörter
- #Hobbys
- #Schuldgefühle
- #Interessen
- #Unabhängigkeit
- #Isolation
- #Grenzen