Was ist das?
Ein Nervenrad (englisch Pinwheel) ist ein kleines Handrad mit feinen Metallspitzen, ursprünglich ein Instrument für neurologische Untersuchungen. Ein Set bietet mehrere Räder, sodass der Top die Empfindung variieren oder mehrere Räder gleichzeitig nutzen kann. Viele genießen das intensive, fast elektrische Prickeln und die Spannung, wohin das Rad als Nächstes wandert.
Ein Nervenrad-Set enthält mehrere Räder nach Wartenberg-Art, jedes mit einer anderen Anzahl oder Anordnung der Spitzen. Über die Haut gerollt, erzeugen sie ein Prickeln und Kribbeln, das je nach Druck von kitzelig bis scharf reicht. Mit mehreren Rädern lassen sich die Empfindungen variieren oder gleichzeitig einsetzen. Die wichtigste Fähigkeit ist eine gute Druckkontrolle.
Was dazugehört
- Der Top rollt ein oder mehrere Räder über die Haut und zieht so prickelnde Spuren.
- Unterschiedliche Spitzenanordnungen fühlen sich unterschiedlich an, von leichtem Kitzeln bis zu spitzeren Stichen.
- Zwei Räder gleichzeitig erzeugen überlagerte oder gespiegelte Empfindungen, die sich kaum vorhersehen lassen.
- Oft zieht der Top Muster oder bewegt die Räder langsam, um die Spannung zu steigern, manchmal während der Bottom eine Augenbinde trägt.
So fängst du an
Lerne zuerst mit einem einzelnen Rad, bevor du mehrere nutzt, und probiere es vorher an deinem eigenen Unterarm aus.
Nutze anfangs nur das Eigengewicht des Rads und erhöhe den Druck dann schrittweise, je nach Rückmeldung.
Beginne an weniger empfindlichen Stellen wie Rücken, Schultern und Außenseite der Arme.
Übe ein gleichmäßiges, kontrolliertes Rollen, damit das Rad nie springt oder sich in die Haut gräbt.
Weiterentwickeln
- Setze zwei Räder gleichzeitig ein, sobald du den Druck mit jeder Hand zuverlässig kontrollieren kannst.
- Zeichne Muster, Buchstaben oder langsame Spiralen, um Vorfreude und Kopfkino zu steigern.
- Variiere Druck und Tempo innerhalb einer Session, um zwischen sanften und intensiven Empfindungen zu wechseln.
- Kombiniere Nervenräder mit einer Augenbinde oder mit weichen, kontrastierenden Texturen, damit sich die Sinne noch stärker fokussieren.
Sicherheit
- Reinige und desinfiziere jedes Rad vor und nach der Benutzung, und sterilisiere es, wenn es mit verletzter Haut in Kontakt gekommen sein könnte.
- Halte den Druck so leicht, dass die Spitzen die Haut eindrücken, aber nicht durchstechen.
- Meide Augen, Gesicht und Genitalien, sofern dort nicht ausdrücklich eine sehr leichte Anwendung vereinbart wurde.
- Rolle nicht über verletzte Haut, Ausschlag, Muttermale oder frische Tattoos.
Einvernehmen
- Sprecht darüber, welche Intensität sich der Bottom wünscht und ob Spuren in Ordnung sind.
- Zeig das Gefühl vor Beginn der Session an einer neutralen Stelle, etwa am Unterarm.
- Legt Tabuzonen fest, besonders an empfindlichen oder kitzeligen Stellen.
- Nutzt ein Safeword oder ein Signalsystem, denn intensives Prickeln kann schnell überwältigend werden.
Warnhinweise
- Zu viel Druck kann die Haut verletzen. Nimm jede Blutung als Zeichen, aufzuhören und die Stelle zu reinigen.
- Gemeinsam genutzte Räder, an denen Blut war, bergen das Risiko, durch Blut übertragbare Infektionen zwischen Partner*innen weiterzugeben.
- Achte auf Anzeichen einer Infektion wie eine sich ausbreitende Rötung, Wärme oder Eiter, und lass sie in diesem Fall ärztlich abklären.
- Mehrere Räder gleichzeitig erfordern eine sichere Kontrolle und sind kein guter Einstieg für Einsteiger*innen.
Gut zu wissen
- Nervenräder bestehen meist aus Edelstahl, der sich schrubben, desinfizieren und sterilisieren lässt, ohne Schaden zu nehmen.
- Prüfe vor der Benutzung, ob sich jedes Rad frei dreht und keine Spitzen verbogen oder gratig sind.
- Bewahre die Räder in einem Etui oder mit Schutzkappen auf, damit die Spitzen intakt bleiben und sich niemand verletzt.
- Der Name Wartenberg-Rad geht auf den Neurologen zurück, mit dem das ursprüngliche medizinische Instrument verbunden ist.