Was du sagen kannst
Ich möchte über die Session vom Samstag reden. Ich habe zugestimmt, und du hast genau das gemacht, was wir besprochen hatten, ich mache dir also keinen Vorwurf. Trotzdem geht es mir seitdem nicht gut, und mir ist klar geworden, dass es nicht das Richtige für mich war.
Ich möchte das vorerst von unserer Liste nehmen. Und ich möchte, dass wir uns anschauen, wie wir Sessions planen, damit ich früher merke, wenn mein Ja kein ganzes Ja ist.
Wie es weitergeht
Kümmer dich zuerst um dich. Ein Drop kann einen Tag oder mehrere Tage nach einer Session kommen. Ruh dich aus, iss, schlaf und bitte dein Gegenüber oder eine*n Freund*in um Trost, wenn dir das hilft. Starke Gefühle werden mit der Zeit meist milder, und Entscheidungen kannst du später treffen.
Wenn du dich stabiler fühlst, versuch herauszufinden, was sich nicht richtig angefühlt hat. War es die Praktik selbst, die Intensität, der Zeitpunkt, deine Stimmung an dem Tag oder dass du zugestimmt hast, um jemand anderem zu gefallen? Wenn du das weißt, kannst du an der richtigen Stelle etwas ändern.
Sprich dann mit deinem Gegenüber und passt eure Absprachen gemeinsam an. Mit dem Vereinbarungs-Editor könnt ihr die Praktik zu den Soft oder Hard Limits verschieben, eine Bedenkzeit für neue Ideen festlegen und Check-ins während der Session einplanen. Eine Zustimmung kann für die Zukunft immer zurückgezogen werden, auch für Dinge, die dir früher gefallen haben.
Sicherheit zuerst
Reue ist etwas anderes als Druck. Wenn du Ja gesagt hast, weil du Angst hattest, weil dich ständiges Nachfragen zermürbt hat, weil du betrunken warst oder weil du fürchtest, was bei einem Nein passiert wäre, dann ist das mehr als Reue. Wenn dein*e Partner*in auf deine Gefühle mit Wut, Schuldgefühlen („Du hast doch zugestimmt, also beschwer dich nicht“) oder Druck reagiert, die Session zu wiederholen, nimm das ernst. Unser Artikel „Kink oder Missbrauch? So erkennst du den Unterschied“ kann dir helfen, das einzuordnen.
Wenn die Niedergeschlagenheit oder Scham nicht nachlässt oder du Gedanken hast, dir etwas anzutun, hol dir bitte Unterstützung. Die Hilfetelefone aus unserer Übersicht „Hilfetelefone“ bieten vertrauliche Unterstützung, und wenn jemand in akuter Gefahr ist, ruf den Notruf 112.
Tipps
Besprecht Neues an einem ruhigen Tag, nicht kurz vor einer Session, und schlaft über ein großes Ja noch eine Nacht. Probiert immer nur ein neues Element auf einmal, damit du erkennst, was für dich funktioniert.
Nutzt neben „Rot“ für Stopp auch „Gelb“ für „langsamer“. Ein paar Zeilen in einem Tagebuch nach Sessions helfen dir außerdem, Muster zu erkennen, lange bevor daraus Reue wird.
Damit es nicht wieder passiert
Ein gutes Gespräch hilft heute. Ein gemeinsames Werkzeug hilft euch, nächsten Monat nicht wieder am selben Punkt zu stehen.
Eine Vereinbarung macht aus eurem Gespräch etwas, auf das ihr beide zurückkommen könnt: Grenzen, Check-ins und was passiert, wenn sich etwas falsch anfühlt.
Gemeinsam eine Vereinbarung schreibenSchlagwörter
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