Zum Inhalt springen
Consation
EN

Der Situationsraum

Mein*e Partner*in hat eine Hormontherapie begonnen, und unsere Intimität verändert sich

Intimität

Du bist nicht allein

Dein*e Partner*in hat mit einer Hormontherapie begonnen, und du merkst, dass sich eure Intimität verändert. Die Lust ist vielleicht stärker oder schwächer als früher, der Körper reagiert anders, und was sich früher gut angefühlt hat, passt vielleicht nicht mehr, während anderes neu dazukommt. Du kannst unterstützen und dich mitfreuen und dich trotzdem unsicher fühlen.

Diese gemischten Gefühle sind normal. Eine Hormontherapie, ob als Teil einer Transition, in den Wechseljahren oder aus einem anderen medizinischen Grund, kann Libido, Erregung, Empfindsamkeit und Stimmung verändern. Für euch beide ist das eine Zeit des Entdeckens, und es ist in Ordnung, unterwegs dazuzulernen.

Was du sagen kannst

Ich bin wirklich froh, dass du diesen Schritt gehst, und ich möchte, dass du weißt: Ich bin an deiner Seite. Mir fällt auf, dass sich im Bett zwischen uns etwas verändert, und ich würde gern offen darüber reden, nicht weil etwas falsch ist, sondern weil ich weiter lernen möchte, was sich jetzt für dich gut anfühlt.

Was ist für dich gerade anders? Gibt es etwas, wovon du mehr möchtest, oder etwas, das ich lieber lassen soll? Und darf ich dir auch ein paar Dinge erzählen, die mich beschäftigen?

Pass die Worte an, bis sie nach dir klingen. Such dir einen ruhigen Moment aus, nicht mitten im Streit.

Wie es weitergeht

Lass dein Gegenüber vorgeben, wie es über den eigenen Körper spricht und was es sich wünscht. Wörter für Körperteile, Arten von Berührung und wie jemand gesehen werden möchte, können sich in dieser Zeit verändern. Nachfragen statt annehmen zeigt Respekt und hält euch nah beieinander.

Schaut gemeinsam neu auf eure Vorlieben. Der Vorliebentest gibt euch beiden eine frische, strukturierte Möglichkeit zu sagen, was ihr liebt, was euch neugierig macht und was gerade nicht infrage kommt. Wenn ihr ihn nach ein paar Monaten wiederholt, seht ihr, wie sich Dinge verändern, ohne dass sich jemand vorgeführt fühlt.

Auch deine eigenen Gefühle zählen. Vielleicht trauerst du um manches, spürst eine neue Art von Anziehung oder brauchst Zeit, dich umzustellen. Darüber ehrlich zu sprechen, in einem Moment, der für euch beide passt, gehört zu einer gesunden Beziehung. Eine Beratung, die sich mit diesen Veränderungen gut auskennt, kann euch beide unterstützen.

Sicherheit zuerst

Fragen zu Nebenwirkungen, Schmerzen, Trockenheit, Stimmungsschwankungen oder Veränderungen der sexuellen Funktion gehören in die ärztliche Praxis, die die Therapie verordnet hat. Vieles davon lässt sich behandeln, und niemand sollte Schmerzen aushalten, nur damit Sex so bleibt wie früher.

Unterstützung heißt: kein Druck, in keine Richtung. Niemand sollte zu Sex gedrängt werden, und niemand sollte für den eigenen Körper oder die eigene Transition beschämt werden. Wenn du oder dein*e Partner*in zu Hause Feindseligkeit, Drohungen oder Kontrolle erlebt, können die Hilfsangebote auf unserer Seite „Hilfetelefone“ helfen.

Tipps

Seht es als ein neues Kennenlernen. Langsame, neugierige Berührungen mit viel Rückmeldung funktionieren oft besser als alte Routinen.

Fragt öfter nach als sonst, währenddessen und danach, mit einfachen Fragen wie „Mehr oder weniger?“. Und denkt daran, dass Nähe auch durch Kuscheln, Reden und gemeinsames Lachen entsteht, während ihr euch beide umstellt.

Damit es nicht wieder passiert

Ein gutes Gespräch hilft heute. Ein gemeinsames Werkzeug hilft euch, nächsten Monat nicht wieder am selben Punkt zu stehen.

Der Vorliebentest zeigt, was ihr jeweils liebt, neugierig macht oder nicht wollt. So könnt ihr vergleichen, ohne zu raten.

Zum Vorliebentest

Schlagwörter

  • #Hormontherapie
  • #Transition
  • #Körperveränderungen
  • #Intimität
  • #Unterstützung

Explizite Seiten ab 18 erscheinen nicht in der Suche. Du findest sie über die Bibliothek und das A bis Z.