Was du sagen kannst
Es gibt etwas, das mir schwerfällt zu sagen. Sex tut mir in letzter Zeit weh, und ich habe es dir nicht erzählt, weil ich dich nicht enttäuschen und kein großes Ding daraus machen wollte. Ich will aber nicht länger so tun, als wäre alles gut, weil ich inzwischen jedes Mal angespannt bin, wenn wir uns nahekommen.
Das hat nichts mit dir zu tun oder damit, wie sehr ich dich will. Ich möchte, dass wir alles, was wehtut, erst einmal weglassen, während ich das abklären lasse, und für die Zeit andere Wege finden, uns nah zu sein. Können wir das gemeinsam so machen?
Wie es weitergeht
Schmerzen können viele Ursachen haben: zu wenig Erregung oder Feuchtigkeit, Infektionen, Hauterkrankungen, hormonelle Veränderungen etwa nach einer Geburt oder in den Wechseljahren, Erkrankungen wie Endometriose oder unwillkürliche Muskelanspannung wie bei Vaginismus. Auch Menschen mit Penis können Schmerzen beim Sex haben. Eine hausärztliche, gynäkologische oder urologische Praxis kann nach Ursachen suchen, und Beckenbodenphysiotherapie oder eine Sexualtherapie können oft helfen.
Lasst in der Zwischenzeit Penetration oder alles andere, was wehtut, weg. Konzentriert euch auf Berührungen, Massagen, Toys oder andere Formen von Intimität, die sich gut anfühlen. Viele merken, dass die Lust leichter zurückkommt, wenn die Angst vor Schmerzen verschwindet.
In deiner Bedienungsanleitung kannst du festhalten, was sich gut anfühlt, was du brauchst, um dich zu entspannen, und welche Signale „langsamer“ oder „Stopp“ bedeuten. Wenn du sie teilst, fällt es deinem Gegenüber leichter, sich nach dir zu richten, ohne dass du im Moment alles erklären musst.
Sicherheit zuerst
Wenn dein*e Partner*in darauf besteht weiterzumachen, obwohl du sagst, dass es wehtut, wütend wird, schmollt oder meint, du sollst dich einfach entspannen und dich daran gewöhnen, ist das Druck, und Sex unter Druck beruht nicht auf Einvernehmen. Du musst nie Schmerzen hinnehmen, die du nicht willst.
Wenn die Schmerzen plötzlich und stark auftreten oder mit Blutungen, Fieber oder ungewöhnlichem Ausfluss einhergehen, geh zeitnah zu einer Ärztin oder einem Arzt. Wenn du dich nicht sicher fühlst, Nein zu sagen, oder verletzt wurdest, bieten die Hilfetelefone aus unserer Übersicht „Hilfetelefone“ vertrauliche Unterstützung. Wenn du in akuter Gefahr bist, ruf den Notruf 112.
Tipps
Verwende reichlich hochwertiges Gleitmittel und nimm dir mehr Zeit für die Erregung. Beides kann viel ausmachen, auch während du noch nach der Ursache suchst.
Vereinbart ein einfaches Wort oder eine Geste für „Pause“, und nutze es, ohne dich zu entschuldigen. Zu wissen, dass du jederzeit aufhören kannst, hilft deinem Körper oft, sich zu entspannen.
Damit es nicht wieder passiert
Ein gutes Gespräch hilft heute. Ein gemeinsames Werkzeug hilft euch, nächsten Monat nicht wieder am selben Punkt zu stehen.
Eine Bedienungsanleitung zeigt deinen Partner*innen, wie du mit Konflikten, Trost und Nähe umgehst, bevor das nächste Missverständnis entsteht.
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