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Toys

Kondome und Barriereschutz

Pflege und Sicherheit

Kondome, innere Kondome, Lecktücher und Handschuhe senken das Risiko sexuell übertragbarer Infektionen und machen das Teilen von Toys sicherer.

Was ist das?

Barrieren gibt es aus Latex, Polyisopren, Polyurethan und Nitril, also auch für Menschen mit Latexallergie. Eine Barriere schützt nur, wenn sie unbeschädigt ist, von Anfang bis Ende benutzt und zwischen Partner*innen, Körperstellen und Toys gewechselt wird. Barrieren erleichtern außerdem das Aufräumen und lassen sich auch spielerisch einsetzen, etwa Handschuhe bei Klinikspielen.

Barrieren sind dünne Schichten, die Körperflüssigkeiten und Haut beim Sex und Spiel voneinander trennen. Kondome kommen über einen Penis oder ein Toy, innere Kondome werden in Vagina oder Anus eingeführt, Lecktücher bedecken beim Oralsex Vulva oder Anus, und Handschuhe schützen Hände und Finger. Richtig und konsequent verwendet senken sie das Risiko vieler sexuell übertragbarer Infektionen und halten geteilte Toys hygienisch.

Was dazugehört

  • Vor jedem genitalen Kontakt ein Kondom über Penis oder Toy ziehen und jedes Mal ein neues verwenden.
  • Ein inneres Kondom verwenden, das die empfangende Person schon vorher einführen kann.
  • Beim Oralsex ein Lecktuch über Vulva oder Anus legen oder ein aufgeschnittenes Kondom als flache Folie nutzen.
  • Beim Fingern, Fisting oder Spiel mit den Händen Handschuhe aus Nitril oder Latex tragen, besonders bei kleinen Wunden an den Händen.

So fängst du an

  1. Halte dort, wo ihr spielt, einen kleinen Vorrat an Kondomen in verschiedenen Größen, Handschuhen und Lecktüchern bereit.

  2. Übe das Überziehen eines Kondoms: Spitze zusammendrücken, damit Platz bleibt, und ganz abrollen.

  3. Nimm reichlich passendes Gleitmittel auf der Außenseite der Barriere, damit sie nicht reißt.

  4. Prüf vor dem Öffnen Haltbarkeitsdatum und Verpackung auf Schäden und öffne sie mit den Fingern, nicht mit den Zähnen.

Weiterentwickeln

  • Wechselt Kondome auf geteilten Toys zwischen Partner*innen und beim Wechsel von anal zu vaginal.
  • Probiert innere Kondome oder Modelle aus Polyurethan für Abwechslung oder um Latex zu vermeiden.
  • Baut Barrieren so in den Ablauf ein, dass sie sich wie ein Teil der Session anfühlen und nicht wie eine Unterbrechung.
  • Kombiniert Barrieren mit regelmäßigen Tests und, wo es passt, mit Impfungen und PrEP für einen umfassenderen Schutz.

Sicherheit

  • Nimm mit Latex und Polyisopren nur Gleitmittel auf Wasser- oder Silikonbasis, denn Öl schwächt das Material.
  • Verwende nie zwei Kondome gleichzeitig, denn die Reibung zwischen ihnen macht Risse wahrscheinlicher.
  • Halte das Kondom beim Herausziehen am Rand fest und entsorge es im Restmüll, nicht in der Toilette.
  • Bewahre Barrieren geschützt vor Hitze, spitzen Gegenständen und direkter Sonne auf, also zum Beispiel nicht monatelang im Portemonnaie.

Einvernehmen

  • Klärt die Verwendung von Barrieren, bevor der Sex beginnt, solange alle klar denken können.
  • Ein Kondom ohne Zustimmung abzuziehen oder zu beschädigen ist ein schwerer Verstoß gegen das Einvernehmen und in vielen Ländern strafbar.
  • Sprecht ehrlich über Tests, kürzliche Risiken und bekannte Infektionen.
  • Respektiert den Wunsch deines Gegenübers nach Barrieren, ohne eine Begründung zu verlangen.

Warnhinweise

  • Kondome senken das Risiko für Infektionen, die über Hautkontakt übertragen werden, etwa Herpes oder HPV, schließen es aber nicht aus.
  • Wenn ein Kondom reißt oder abrutscht, sprich so schnell wie möglich mit einer Arztpraxis, einer Klinik oder einer Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit über die Pille danach und die HIV-Postexpositionsprophylaxe (PEP).
  • Eine Latexallergie kann Jucken, Ausschlag oder schwerere Reaktionen auslösen, steig dann auf Nitril oder Polyurethan um.
  • Scherzkondome sind oft nicht auf Schutzwirkung geprüft, schau also auf die Verpackung, bevor du dich auf sie verlässt.

Gut zu wissen

  • PEP wirkt am besten, wenn sie innerhalb weniger Stunden beginnt, und muss spätestens 72 Stunden nach einem möglichen Risiko starten (in der Schweiz gelten laut Richtlinien 48 Stunden).
  • Gegen HPV und Hepatitis B gibt es Impfungen, über die es sich lohnt, ärztlich zu sprechen.
  • Viele Gesundheitsämter und Checkpoints bieten kostenlose oder günstige Tests an, oft auch anonym.
  • Kondome über Toys sind ein einfacher Weg, sie sicher zu teilen, besonders bei porösen Toys, die sich nicht vollständig reinigen lassen.

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