Bevor ihr anfangt: Sprecht alles in Ruhe und nüchtern durch, vereinbart ein Safeword und ein nonverbales Zeichen und legt Sicherheitsschere, Wasser und Handy in Reichweite.
Was ihr braucht
- Ein gemeinsames Verständnis der Predator/Prey-Dynamik In der Bibliothek
- Grundlagen des Primal Play: Instinkt, Laute und Körpersprache In der Bibliothek
- Erfahrung mit Struggle Play, auch mit dem Abklopfen In der Bibliothek
- Matratzen, dicke Turnmatten oder ein Berg Bettdecken als Fangzone
- Barfuß oder Stoppersocken, je nach Boden, und bequeme Kleidung
- Ein Erste-Hilfe-Set mit Kühlpacks und Verbandsmaterial In der Bibliothek
- Optional: Beißen an vereinbarten Stellen, wenn ihr beide das wollt In der Bibliothek
- Optional: Kratzen an vereinbarten Stellen In der Bibliothek
- Eine Risikoeinschätzung eurer Räume bei einem gemeinsamen Rundgang In der Bibliothek
- Wasser, Handtücher und dimmbares Licht
Vorbereitung
Räumt die Laufstrecke frei: rutschige Teppiche, Kabel, Glastische und alles mit scharfen Kanten weg, Treppen absperren und Türen zu Räumen schließen, die tabu sind.
Richtet die Fangzone auf dem weichsten Untergrund ein, den ihr habt, mit Abstand zwischen Matten und Wänden oder Möbeln.
Geht die Räume langsam gemeinsam ab, zuerst bei normalem Licht und dann bei dem Licht, in dem ihr spielen wollt.
Legt Schmuck und Uhren ab und schneidet die Nägel kurz. Entscheidet, ob Brillen aufbleiben oder abgenommen werden.
Denkt an Nachbar*innen und Mitbewohner*innen: Schreie und dumpfe Schläge können wie ein echter Notfall klingen, also plant die Lautstärke oder wählt eine passende Zeit.
Wärmt euch ein paar Minuten gemeinsam auf und lockert Schultern, Hüften und Knie.
Legt ein geladenes Handy an einen bekannten Platz außerhalb der Laufstrecke.
Das sprecht ihr vorher ab
- Was reizt euch jeweils: die Angst, das Anschleichen, die Jagd, das Ringen oder das Gefangenwerden?
- Welche Stoppsignale funktionieren auch außer Atem? Zum Beispiel zweimal Rot, zweimal deutlich auf Gegenüber oder Boden klopfen und beide Hände heben, um die Szene einzufrieren.
- Gehören Schreien, Betteln und das Wort nein zum Spiel? Vereinbart, dass nur das Safeword und das Abklopfen die Session stoppen.
- Welche Körperbereiche sind tabu? Kopf, Gesicht, Hals, Kehle, Wirbelsäule und Gelenke sollten es sein, und Schläge gegen den Kopf gibt es überhaupt nicht. Welche Griffe sind okay, etwa an Handgelenken, Taille oder Hüften?
- Sind Beißen, Kratzen, Knurren, zerrissene Kleidung oder verbale Drohungen erwünscht?
- Wie läuft der Takedown ab: nur in der Fangzone, geführt zu Boden gebracht statt umgerissen?
- Was darf nach dem Fang passieren, etwa Festhalten, Markieren, Küssen oder Sex, und was ist tabu?
- Wie lange darf die Jagd dauern, und mit welchem Satz oder welcher Geste endet sie?
- Gibt es traumatische Erfahrungen, die Spiel mit Angst berühren könnte, und wie bemerkt der Predator ein Erstarren?
Sicherheitschecks
- Drinnen bleibt Rennen ein schnelles Gehen oder leichtes Joggen und findet nie auf Treppen, in der Küche oder im Bad statt.
- Takedowns passieren nur in der Fangzone. Der Predator legt die Arme um die Beute und lässt sie kontrolliert zu Boden, statt sie von hinten umzureißen oder ihr die Beine wegzuziehen.
- Keine Schläge gegen Kopf, Gesicht oder Hals, keine Würgegriffe oder Druck auf die Kehle und kein volles Körpergewicht auf dem Brustkorb oder auf dem Rücken einer Person, die auf dem Bauch liegt.
- Abklopfen beendet jede Kraftanwendung sofort, jedes Mal und ohne eine Sekunde Verzögerung.
- Achtet auf Erstarren: Schlaffwerden, starrer Blick oder Verstummen ist kein Mitspielen. Hört auf und fragt nach.
- Respektiert den Kraftunterschied. Die stärkere Person setzt höchstens die Hälfte ihrer Kraft ein.
- Adrenalin überdeckt Schmerz. Schaut deshalb danach nach Verletzungen, auch wenn ihr euch beide gut fühlt.
- Kein Alkohol und keine Drogen, denn sie erhöhen das Risiko für Stürze und falsch eingeschätzte Kraft.
Die Szene Schritt für Schritt
Der Ablauf ist für Erwachsene
Er beschreibt sexuelle Handlungen und BDSM-Praktiken im Detail. Du siehst ihn erst, wenn du bestätigst, dass du mindestens 18 bist. Der Plan oben enthält alles, was du brauchst, um zu entscheiden, ob diese Szene zu euch passt.
Aftercare
- Macht das Schlussritual: Licht an, der vereinbarte Satz, aufsetzen, einander ansehen und gemeinsam langsam atmen.
- Bietet Wasser, einen Snack und eine Decke an, denn wenn das Adrenalin nachlässt, kommen oft Zittern und Frösteln.
- Untersucht euch gegenseitig auf Kratzer, Bisse und blaue Flecken und versorgt sie mit dem Erste-Hilfe-Set.
- Bestärkt euch gegenseitig: Die Beute hört, dass sie sicher ist, und der Predator hört, dass er*sie weiterhin geliebt wird.
- Sprecht nach: Was war aufregend, und was hat sich zu echt angefühlt?
- Fragt am nächsten Tag nach Muskelkater, blauen Flecken und Stimmung.
Varianten
- Sanfter: Anschleichen ohne Rennen, bei dem sich die Beute in einem einzigen Raum bewegt und der Fang eine feste Umarmung ist.
- Sanfter: Verstecken im Dunkeln, mit einem sanften Fang und ohne Ringen.
- Intensiver: Eine längere Phase des Anschleichens mit Lauten und Dunkelheit, um die Spannung zu steigern.
- Intensiver: Mehr Ringen um die Position auf den Matten, immer innerhalb der Abklopf-Regel.
- Intensiver: Draußen nur auf privatem Gelände, das ihr vorher erkundet habt, nie an öffentlichen Orten, wo Zuschauende es für einen echten Angriff halten könnten.
Aufklärende Inhalte. Keine medizinische, rechtliche oder psychologische Beratung.