Bevor ihr anfangt: Sprecht alles in Ruhe und nüchtern durch, vereinbart ein Safeword und ein nonverbales Zeichen und legt Sicherheitsschere, Wasser und Handy in Reichweite.
Was ihr braucht
- Sensorische Deprivation: Lest den Bibliothekseintrag vorher gemeinsam In der Bibliothek
- Eine weiche Augenbinde oder eine geformte Schlafmaske, die auf den Augen liegt und die Nase frei lässt In der Bibliothek
- Kapselgehörschutz, Schaumstoff-Ohrstöpsel oder Kopfhörer mit leisen, gleichmäßigen Klängen In der Bibliothek
- Zwei oder drei leichte Decken oder ein großes weiches Laken für den Kokon, nichts Schweres auf dem Brustkorb
- Ein Federkitzler für die leichtesten Berührungen In der Bibliothek
- Ein Fellhandschuh oder eine weiche Bürste für breite, beruhigende Striche In der Bibliothek
- Ideen für sanftes Berührungsspiel, um die Session zu füllen In der Bibliothek
- Eine Sicherheitsschere in Reichweite, sobald irgendetwas gebunden oder gewickelt wird In der Bibliothek
- Wasser mit Strohhalm, ein kleines Handtuch und ein warmer, gedämpft beleuchteter Raum
Vorbereitung
Heizt den Raum angenehm vor, denn wer still unter Decken liegt, hat erst warm und später oft kühl.
Richtet auf dem Bett oder dem Boden eine weiche Unterlage her, mit genug Platz, damit die aktive Person jederzeit dicht daneben sitzen kann.
Probiert Augenbinde und Gehörschutz vorher kurz aus: Wie sitzen sie, wo drücken sie, wie schnell sind sie wieder ab?
Legt alle Sachen in Griffweite bereit, damit die aktive Person nie aufstehen muss.
Schaltet die Handys stumm, schließt die Tür und klärt, was passiert, wenn jemand klopft oder ein Haustier hereinkommt.
Wenn ihr Musik oder Klänge nutzt, wählt etwas Gleichmäßiges und Ruhiges ohne plötzliche Lautstärkewechsel.
Das sprecht ihr vorher ab
- Welche Sinne dürfen gedämpft werden: nur das Sehen oder Sehen und Hören zusammen? Beginnt mit dem, was ihr schon kennt.
- Wie eng soll sich der Kokon anfühlen? Vereinbart, dass die Arme immer frei herausgleiten können und nichts auf den Brustkorb drückt.
- Was ist das Notfallzeichen? Zum Beispiel beide Hände weit geöffnet über den Decken oder dreimal fest drücken. Das funktioniert auch, wenn die Person nichts hört.
- Wie sieht die Check-in-Berührung aus und wie die Antwort, etwa ein Druck auf die Schulter, beantwortet mit einmal Drücken für „gut“ und zweimal für „langsamer“?
- Welche Berührungen sind willkommen, welche Körperstellen sind tabu, und bleibt die Session sinnlich oder darf sie sexuell werden, wenn ihr beide Ja sagt?
- Gibt es Erfahrungen mit Klaustrophobie, Ängsten oder Traumata, Rückenprobleme oder Erkrankungen, die ihr berücksichtigen solltet?
- Wie lange soll das Eintauchen dauern, und wer hat die Zeit im Blick?
- Wie soll das Auftauchen aus dem Kokon aussehen: gedämpftes Licht, leise Worte, gehalten werden?
Sicherheitschecks
- Nichts bedeckt jemals Nase oder Mund: nicht die Augenbinde, nicht die Decken, keine Hand.
- Die aktive Person bleibt die ganze Session über im Raum und in Körperkontakt, auch wenn sie nach etwas greift.
- Testet das Notfallzeichen einmal vor dem Start und nehmt sofort alles ab, wenn es gegeben wird.
- Haltet den Kokon so locker, dass die empfangende Person die Arme ohne Hilfe befreien kann.
- Achtet auf Atmung, Hautfarbe und Unruhe und hört auf, wenn sich die Atmung verändert, der Person zu heiß wird oder sie verwirrt wirkt.
- Haltet Klänge so leise, dass man dich noch hört, wenn du eine Kapsel des Gehörschutzes anhebst.
- Lasst die Session ausfallen, wenn eine*r von euch getrunken hat, sich krank fühlt oder sehr müde ist.
Die Szene Schritt für Schritt
Der Ablauf ist für Erwachsene
Er beschreibt sexuelle Handlungen und BDSM-Praktiken im Detail. Du siehst ihn erst, wenn du bestätigst, dass du mindestens 18 bist. Der Plan oben enthält alles, was du brauchst, um zu entscheiden, ob diese Szene zu euch passt.
Aftercare
- Nimm zuerst den Gehörschutz ab und dann die Augenbinde, bei gedämpftem Licht, damit sich die Augen langsam gewöhnen können.
- Bleibt ein paar Minuten zusammen eingekuschelt. Viele mögen es, wenn die Decken beim Ankommen noch liegen bleiben.
- Biete Wasser und eine Kleinigkeit zu essen an und hilf der empfangenden Person, sich langsam aufzusetzen.
- Sprecht leise darüber, welche Momente am schönsten waren und ob irgendetwas zu viel war.
- Fragt später am Tag oder am nächsten Tag noch einmal nach, denn Orientierungslosigkeit oder ein Stimmungstief können auch nachträglich auftauchen.
Varianten
- Sanfter: nur die Augenbinde, ohne Kokon, für zehn bis fünfzehn Minuten, und du sprichst die ganze Zeit leise weiter.
- Bringt Temperaturkontraste ins Spiel, etwa mit einem warmen Handtuch und einem kühlen, glatten Stein oder Metalllöffel.
- Beginnt mit einer langsamen, angeleiteten Atemübung, um die Entspannung zu vertiefen.
- Intensiver: leichte Fesselung über den Decken, eigens abgesprochen, sobald sich der Kokon allein leicht anfühlt, und mit Sicherheitsschere in Reichweite.
- Tauscht bei einer späteren Session die Rollen, damit ihr beide wisst, wie es sich von innen anfühlt.
Aufklärende Inhalte. Keine medizinische, rechtliche oder psychologische Beratung.