Was du sagen kannst
Ich möchte dir etwas klar und ehrlich sagen. Ich fühle mich nicht wohl dabei, Nacktbilder zu schicken, und ich möchte, dass du das respektierst. Ich weiß, dass manche Menschen damit kein Problem haben, aber ich möchte das nicht, und es heißt nicht, dass du mir weniger wichtig bist.
Wenn du immer wieder fragst, fühle ich mich unter Druck gesetzt, und dadurch fühle ich mich noch unwohler, nicht wohler. Können wir vereinbaren, dass du nicht mehr fragst und ich es von mir aus anspreche, falls ich es mir irgendwann anders überlege?
Wie es weitergeht
Sag dein Nein einmal klar und achte dann darauf, was passiert. Wer dich respektiert, akzeptiert es, auch wenn die Enttäuschung da ist. Wenn dein*e Partner*in weiter fragt, dir Schuldgefühle macht oder andeutet, jemand anderes würde es tun, ist das Zwang, und du musst dich nicht weiter erklären.
Sprecht über andere Wege, euch nah zu fühlen und zu flirten, wenn ihr getrennt seid, etwa mit liebevollen Nachrichten, Sprachnachrichten oder indem ihr gemeinsame Zeit plant. Mit dem Vereinbarungs-Editor könnt ihr digitale Grenzen festlegen, auch was ihr beide teilen möchtet und wie mit privaten Nachrichten umgegangen wird.
Du musst nie Nacktbilder schicken, in keiner Beziehung und in keiner Phase. Wenn der Druck anhält, obwohl du klar warst, darfst du dich fragen, ob diese Beziehung deine Grenzen respektiert.
Sicherheit zuerst
Ernster wird es, wenn dein*e Partner*in droht, dich zu verlassen, fremdzugehen oder dich bloßzustellen, falls du keine Bilder schickst, oder droht, Bilder weiterzugeben, die du schon geschickt hast. Intime Bilder ohne Zustimmung weiterzugeben oder damit zu drohen, ist eine schwere Grenzverletzung und in vielen Ländern strafbar.
Wenn das passiert, sichere Beweise wie Screenshots, schick keine weiteren Bilder und gib dir nicht selbst die Schuld. Viele Plattformen haben Möglichkeiten, intime Bilder zu melden und entfernen zu lassen. Eine Beratungsstelle oder Therapie und die Hilfetelefone aus unserer Übersicht „Hilfetelefone“ können dir helfen, die nächsten Schritte zu klären. Wenn jemand in akuter Gefahr ist, ruf den Notruf 112.
Tipps
Leg dir eine einfache Antwort zurecht, etwa „Nein, damit fühle ich mich nicht wohl“, und wiederhole sie so oft wie nötig. Du schuldest keine längere Erklärung.
Falls du dich in Zukunft entscheidest, intime Bilder zu schicken, weil du es wirklich willst, lass am besten dein Gesicht, Tattoos und erkennbare Hintergründe weg und meide Apps, die Bilder automatisch speichern.
Hör in dich hinein, wie sich die Beziehung insgesamt anfühlt. Wenn du oft über deine Wohlfühlgrenze gedrängt wirst, kann ein Gespräch mit einer Vertrauensperson oder einer Beratungsstelle dir helfen, Klarheit zu gewinnen.
Damit es nicht wieder passiert
Ein gutes Gespräch hilft heute. Ein gemeinsames Werkzeug hilft euch, nächsten Monat nicht wieder am selben Punkt zu stehen.
Eine Vereinbarung macht aus eurem Gespräch etwas, auf das ihr beide zurückkommen könnt: Grenzen, Check-ins und was passiert, wenn sich etwas falsch anfühlt.
Gemeinsam eine Vereinbarung schreibenSchlagwörter
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