Was du sagen kannst
Ich möchte über etwas reden, das mich beschäftigt, und ich würde gern gemeinsam mit dir eine Lösung finden. Mir ist aufgefallen, dass du vielen Accounts folgst, die sehr sexualisierte Fotos posten, und wenn ich sie sehe, fühle ich mich unsicher und ein bisschen an den Rand gedrängt.
Ich will nicht kontrollieren, was du tust, aber es beeinflusst, wie ich mich in unserer Beziehung fühle. Können wir darüber reden, womit wir beide online einverstanden sind, und etwas finden, das für uns beide passt?
Wie es weitergeht
Solchen Accounts zu folgen, ist kein Fremdgehen, kann aber trotzdem wehtun, besonders wenn es ständig passiert oder während ihr Zeit miteinander verbringt. Menschen sehen das sehr unterschiedlich, und keine der beiden Haltungen ist falsch. Entscheidend ist, ob ihr eine Vereinbarung findet, die ihr beide respektiert.
Versuch zu beschreiben, was es mit dir macht, statt das Verhalten zu bewerten. Mit dem Vereinbarungs-Editor könnt ihr gemeinsam festhalten, was bei Social Media in Ordnung ist, einschließlich Folgen, Liken und Nachrichten.
Es kann auch helfen, nach innen zu schauen. Wenn diese Gefühle an ältere Unsicherheiten rühren, kann es das Gespräch entspannter machen, sie für dich allein oder in einer Therapie zu bearbeiten.
Wenn dein*e Partner*in deine Gefühle rundheraus abtut, obwohl du klar darum gebeten hast, sie ernst zu nehmen, darfst du dich fragen, ob deine Bedürfnisse hier erfüllt werden können.
Sicherheit zuerst
Accounts zu folgen, ist etwas anderes, als aktiv Nachrichten zu schreiben oder Leute zu treffen. Wenn du auf versteckte Chats, geheime Konten oder Lügen über Kontakte zu anderen stößt, ist das ein Vertrauensproblem, das du direkt ansprechen solltest.
In einer Beziehung sollte niemand das Handy oder das Online-Leben der anderen Person durch Drohungen, ständige Überwachung oder das Einfordern von Passwörtern kontrollieren. Wenn du merkst, dass du selbst so handelst oder so behandelt wirst, ist das ein Zeichen, einen Schritt zurückzutreten und Unterstützung zu suchen.
Wenn Gespräche darüber zu Einschüchterung, Drohungen oder etwas führen, das dir Angst macht, wende dich an eine Beratung oder Therapie und an die Hilfsangebote auf unserer Seite „Hilfetelefone“. Wenn jemand in akuter Gefahr ist, wähle den Notruf 112.
Tipps
Such dir einen neutralen Moment, um das anzusprechen, nicht direkt nachdem dich etwas getroffen hat.
Sag konkret, was helfen würde. „Könntest du den explizitesten Accounts entfolgen?“ ist leichter zuzusagen als ein vages „Hör auf damit“.
Schau seltener auf das Handy oder den Feed deines Gegenübers. Wiederholtes Kontrollieren verstärkt die Angst eher, als sie zu lindern.
Investiere parallel zum Gespräch in das, was dir Sicherheit gibt, etwa gemeinsame Zeit, Zärtlichkeit und dein eigenes Selbstvertrauen.
Damit es nicht wieder passiert
Ein gutes Gespräch hilft heute. Ein gemeinsames Werkzeug hilft euch, nächsten Monat nicht wieder am selben Punkt zu stehen.
Eine Vereinbarung macht aus eurem Gespräch etwas, auf das ihr beide zurückkommen könnt: Grenzen, Check-ins und was passiert, wenn sich etwas falsch anfühlt.
Gemeinsam eine Vereinbarung schreibenSchlagwörter
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