Zum Inhalt springen
Consation
EN

Der Situationsraum

Mein*e Partner*in hat intime Fotos von mir ungefragt weitergegeben

Vertrauen

Du bist nicht allein

Du hast herausgefunden, dass dein*e Partner*in intime Fotos von dir ohne deine Erlaubnis jemand anderem gezeigt oder geschickt hat. Vielleicht wurden sie einer Freundin oder einem Freund gezeigt, in einen Gruppenchat gestellt oder online hochgeladen. Vielleicht fühlst du dich gedemütigt, verraten, bist wütend, hast Angst davor, wer sie gesehen hat, oder fühlst dich wie betäubt.

Was auch immer du fühlst, ist eine natürliche Reaktion auf eine echte Grenzverletzung. Intime Bilder ohne Zustimmung weiterzugeben, ist eine Form von Gewalt, auch wenn du sie ursprünglich freiwillig geschickt hast. Jemandem ein privates Bild anzuvertrauen, ist nie die Erlaubnis, es weiterzugeben, und nichts davon ist deine Schuld.

Was du sagen kannst

Ich habe herausgefunden, dass du intime Fotos von mir ohne zu fragen weitergegeben hast. Das ist ein schwerer Bruch meines Vertrauens und meiner Privatsphäre, und du musst verstehen, wie sehr mich das verletzt.

Ich erwarte, dass du sie von jedem Gerät und aus jedem Konto löschst, mir genau sagst, wer sie gesehen hat, und diese Menschen bittest, sie ebenfalls zu löschen. Über alles andere zwischen uns rede ich erst, wenn das erledigt ist.

Pass die Worte an, bis sie nach dir klingen. Such dir einen ruhigen Moment aus, nicht mitten im Streit.

Wie es weitergeht

Sprich dein Gegenüber nur darauf an, wenn es sich sicher anfühlt. Sichere vorher, oder stattdessen, Beweise: Screenshots von Nachrichten und Beiträgen, Benutzernamen, Links und Daten. Vielleicht brauchst du sie später, auch wenn du noch nicht weißt, was du tun wirst.

Wenn Bilder online sind, melde sie der Plattform. Die meisten großen Plattformen haben eine Möglichkeit, intime Bilder zu melden, die ohne Zustimmung geteilt wurden. StopNCII.org hilft Erwachsenen zu verhindern, dass bekannte Bilder auf teilnehmenden Plattformen verbreitet werden, ohne dass die Bilder dein Gerät verlassen. Du kannst dich auch rechtlich beraten lassen, denn intime Bilder ohne Zustimmung weiterzugeben, ist in vielen Ländern strafbar.

Im Bereich Sicherheit findest du mit dem Sicherheitshandbuch und der Übersicht „Hilfetelefone“ Wege zu Unterstützung. Über die Beziehung musst du nicht sofort entscheiden, aber wer so etwas tut, hat dir etwas Wichtiges darüber gezeigt, wie sie*er mit deinem Vertrauen umgeht.

Sicherheit zuerst

Das ist bildbasierte Gewalt. Besonders gefährlich ist es, wenn dein*e Partner*in droht, weitere Bilder zu verbreiten, sie benutzt, um zu bestimmen, was du tust, Geld oder weitere Fotos verlangt oder wütend wird, wenn du sie*ihn zur Rede stellst. Schick keine weiteren Bilder und gib Drohungen nicht nach.

Bitte wende dich an die Hilfetelefone aus unserer Übersicht „Hilfetelefone“. Dort bekommst du vertrauliche Unterstützung und Hilfe bei der Frage, ob und wie du Anzeige erstatten möchtest. Wenn du dich unsicher fühlst oder in akuter Gefahr bist, ruf den Notruf 112.

Tipps

Ändere die Passwörter deiner Konten und prüfe, welche Geräte angemeldet sind, falls dein Gegenüber Zugriff hat. Schalte, wo immer es geht, die Anmeldung in zwei Schritten ein.

Stütz dich auf Menschen, denen du vertraust. Scham wächst im Schweigen, und wenn du dich einer Freundin, einem Freund oder einer Beratungsstelle anvertraust, kann es sich weniger überwältigend anfühlen. Was passiert ist, sagt etwas über die Person, die die Bilder weitergegeben hat, nicht über dich.

Damit es nicht wieder passiert

Ein gutes Gespräch hilft heute. Ein gemeinsames Werkzeug hilft euch, nächsten Monat nicht wieder am selben Punkt zu stehen.

Safewords, Check-ins und Aftercare geben euch eine gemeinsame Sprache für den Moment, in dem sich etwas nicht mehr gut anfühlt.

Zum Sicherheitshandbuch

Schlagwörter

  • #intime Bilder
  • #bildbasierte Gewalt
  • #Privatsphäre
  • #Vertrauensbruch
  • #digitale Sicherheit

Explizite Seiten ab 18 erscheinen nicht in der Suche. Du findest sie über die Bibliothek und das A bis Z.