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Consation
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Der Situationsraum

Mein*e Partner*in hat sich als bisexuell geoutet, und ich fühle mich unsicher

Vertrauen

Du bist nicht allein

Dein*e Partner*in hat dir erzählt, bisexuell zu sein. Vielleicht hat es dich berührt, dass dir dieses Vertrauen geschenkt wurde, und dann kam eine Welle von Fragen: Wird deinem Gegenüber etwas fehlen, das du nicht geben kannst? Verändert das eure Beziehung? Hast du diesen Menschen wirklich gekannt?

Diese Gefühle sind menschlich, und sie bedeuten nicht, dass du in der Beziehung etwas falsch machst. Was hilft: dich daran zu erinnern, was sich nicht verändert hat. Dein*e Partner*in ist derselbe Mensch wie gestern. Bisexualität beschreibt, zu wem sich jemand hingezogen fühlen kann, nicht, ob jemand treu oder zufrieden ist.

Was du sagen kannst

Danke, dass du es mir erzählt hast. Ich weiß, dass das Mut gekostet hat, und ich bin froh, dass du mir das anvertraust. Ich möchte auch ehrlich sein: Ein Teil von mir fühlt sich unsicher, und ich rede lieber mit dir darüber, als dass es zwischen uns steht. Ich weiß, dass das mein Gefühl ist, an dem ich arbeiten darf, und nichts, was du falsch gemacht hast.

Magst du mir erzählen, was das Coming-out für dich bedeutet und was du gerade von mir brauchst? Und können wir auch darüber reden, was mir hilft, mich in unserer Beziehung sicher zu fühlen?

Pass die Worte an, bis sie nach dir klingen. Such dir einen ruhigen Moment aus, nicht mitten im Streit.

Wie es weitergeht

Richte den Blick zuerst auf dein Gegenüber. Ein Coming-out kann sich sehr verletzlich anfühlen, und vielleicht braucht dein*e Partner*in erst das Gefühl, angenommen zu sein, bevor Raum für deine Sorgen ist. Frag, wie du mit Freund*innen und Familie umgehen sollst, und erzähl niemandem davon ohne Erlaubnis.

Schau dir dann deine Unsicherheit ehrlich an. Bisexuelle Menschen begegnen oft Klischees, etwa dass sie sich nicht festlegen könnten oder immer mehr wollten. Solche Mythen können Angst nähren. Eine bisexuelle Person in einer monogamen Beziehung kann sich genauso fest binden wie jede andere. Falls dein*e Partner*in irgendwann eure Beziehungsabsprachen ändern möchte, ist das ein eigenes Gespräch, bei dem ihr beide zustimmen müsst.

In der Bedienungsanleitung könnt ihr beide beschreiben, was euch Sicherheit gibt, wie ihr über schwierige Gefühle sprechen möchtet und wie ihr Liebe zeigt. Wenn ihr das aufschreibt, wird aus einer vagen Angst eine Bitte, auf die dein Gegenüber eingehen kann.

Sicherheit zuerst

Unsicherheit ist kein Grund für Kontrolle. Nachrichten zu kontrollieren, Freundschaften mit Menschen eines bestimmten Geschlechts einzuschränken oder Treuebeweise zu verlangen, beschädigt das Vertrauen und kann zu kontrollierendem Verhalten werden. Wenn deine Gefühle schwer auszuhalten sind, kann eine Beratung helfen.

Jemandem mit einem Zwangsouting zu drohen oder die sexuelle Orientierung im Streit gegen jemanden zu verwenden, ist eine ernste Form von Gewalt. Wenn das passiert oder sich das Zuhause seit dem Coming-out unsicher anfühlt, können die Hilfsangebote auf unserer Seite „Hilfetelefone“ helfen, und an vielen Orten gibt es auch Beratungsstellen für queere Menschen.

Tipps

Informier dich ein bisschen selbst, bei bisexuellen Stimmen und Community-Angeboten, damit dein*e Partner*in dir nicht alles erklären muss.

Achte auf die alltäglichen Zeichen von Verbundenheit: die Pläne, die ihr gemeinsam schmiedet, und die Fürsorge, die ihr teilt. Bitte um Rückversicherung auf konkrete Weise, etwa „Magst du mir sagen, was du an uns liebst?“, statt Versprechen über Gefühle zu verlangen.

Damit es nicht wieder passiert

Ein gutes Gespräch hilft heute. Ein gemeinsames Werkzeug hilft euch, nächsten Monat nicht wieder am selben Punkt zu stehen.

Eine Bedienungsanleitung zeigt deinen Partner*innen, wie du mit Konflikten, Trost und Nähe umgehst, bevor das nächste Missverständnis entsteht.

Deine Bedienungsanleitung erstellen

Schlagwörter

  • #Bisexualität
  • #Coming-out
  • #Unsicherheit
  • #Vertrauen
  • #queer

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