Was du sagen kannst
Ich muss über etwas reden, das mir wirklich Angst macht. Ich habe gesehen, dass Geld von unserem Ersparten fehlt, und ich weiß, dass Glücksspiel dabei eine Rolle spielt. Du bist mir wichtig, und ich will dich nicht beschämen, aber es geht um unsere gemeinsame Zukunft, und ich kann nicht länger zusehen, wie sie verschwindet.
Ich möchte, dass du dir dafür Unterstützung holst, und ich muss unsere Finanzen schützen, solange du das tust. Können wir darüber reden, welche Hilfe für dich infrage kommt und wie wir ab jetzt mit Geld umgehen?
Wie es weitergeht
Glücksspielprobleme brauchen oft professionelle Hilfe, etwa eine Therapie bei jemandem mit Erfahrung in Glücksspielsucht, eine Suchtberatungsstelle oder eine Selbsthilfegruppe. Du kannst dazu ermutigen, aber du kannst dein Gegenüber nicht zur Veränderung zwingen, und du musst nicht darauf warten, um dich selbst zu schützen.
Werde jetzt praktisch aktiv: Trenne deine Ersparnisse, entziehe deinem*deiner Partner*in den Zugriff auf Konten, die du brauchst, und hol dir eine Auskunft über deine Bonität (in Deutschland zum Beispiel die kostenlose SCHUFA-Selbstauskunft), um zu sehen, ob Schulden auf deinen Namen laufen. Mit dem Vereinbarungs-Editor könnt ihr klare Geldregeln festlegen, etwa wer worauf Zugriff hat und wie Ausgaben nachverfolgt werden.
Unterstützung für dich selbst ist ebenfalls wichtig. Gruppen für Partner*innen und Angehörige von Menschen mit Glücksspielproblemen können dir helfen, dich weniger allein zu fühlen. Wenn Hilfe abgelehnt wird und die Verluste weitergehen, ist es legitim, eure Finanzen vollständig zu trennen oder auf Abstand zur Beziehung zu gehen.
Sicherheit zuerst
Zu finanzieller Gewalt wird es, wenn dein*e Partner*in dir ohne deine Zustimmung Geld nimmt, darüber lügt, wohin es gegangen ist, Kredite oder Verträge auf deinen Namen abschließt oder dich drängt, Schulden zu übernehmen. Achte auch auf Verzweiflung, Drohungen oder darauf, ob Leute, denen Geld geschuldet wird, bei euch zu Hause auftauchen.
Schütze deine Konten, Passwörter und wichtigen Dokumente und sprich mit deiner Bank über deine Möglichkeiten. Eine Beratungsstelle oder die Hilfetelefone aus unserer Übersicht „Hilfetelefone“ können dir helfen, die nächsten Schritte zu planen. Wenn jemand in akuter Gefahr ist, ruf den Notruf 112.
Tipps
Ändere deine Passwörter und PINs fürs Banking und richte Benachrichtigungen ein, damit du jede Abbuchung sofort siehst.
Halte fehlendes Geld und Gespräche darüber schriftlich fest. Das hilft dir, klar zu bleiben, wenn Versprechen und Wirklichkeit nicht zusammenpassen.
Setz eine Grenze, die du wirklich halten kannst, zum Beispiel getrennte Finanzen, bis dein*e Partner*in schon eine Weile in Behandlung ist. Und dann zieh das ruhig durch, ohne jedes Mal neu darüber zu streiten.
Damit es nicht wieder passiert
Ein gutes Gespräch hilft heute. Ein gemeinsames Werkzeug hilft euch, nächsten Monat nicht wieder am selben Punkt zu stehen.
Eine Vereinbarung macht aus eurem Gespräch etwas, auf das ihr beide zurückkommen könnt: Grenzen, Check-ins und was passiert, wenn sich etwas falsch anfühlt.
Gemeinsam eine Vereinbarung schreibenSchlagwörter
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