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Consation
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Der Situationsraum

Mein*e Partner*in ist in Gegenwart bestimmter Menschen wie ausgewechselt

Vertrauen

Du bist nicht allein

Wenn ihr allein seid, ist dein*e Partner*in liebevoll und zärtlich. Aber in Gegenwart bestimmter Freund*innen oder Familienmitglieder wirkt die Person kühl, distanziert oder abweisend. Das kann dich zweifeln lassen, ob sie sich für dich schämt oder ob du ihr wirklich wichtig bist.

Diese Gefühle sind nachvollziehbar. Menschen verändern sich in Gesellschaft aus vielen Gründen, etwa aus Nervosität, wegen Erwartungen der Familie, kultureller Prägung oder weil ihnen Zärtlichkeit in der Öffentlichkeit unangenehm ist. Trotzdem hast du es verdient, als Partner*in wahrgenommen und respektiert zu werden, privat wie öffentlich.

Was du sagen kannst

Ich möchte etwas ansprechen, das mich beschäftigt. Wenn wir allein sind, bist du so warm und liebevoll, aber wenn wir mit [Person oder Personen] zusammen sind, habe ich das Gefühl, dass du dich zurückziehst. Du redest kaum mit mir, und am Ende fühle ich mich unsichtbar.

Ich will dir nichts vorwerfen. Ich würde wirklich gern verstehen, was in diesen Momenten in dir vorgeht. Gibt es etwas daran, mit ihnen zusammen zu sein, das es dir schwer macht? Und können wir darüber reden, was mir helfen würde, mich einbezogen zu fühlen, wenn wir mit anderen zusammen sind?

Pass die Worte an, bis sie nach dir klingen. Such dir einen ruhigen Moment aus, nicht mitten im Streit.

Wie es weitergeht

Hör dir die Erklärung an, bevor du Schlüsse ziehst. Vielleicht ist deinem Gegenüber Zärtlichkeit vor anderen unangenehm, die Person hat Angst vor dem Urteil der Familie, kommt aus einer Familie oder Kultur, in der Zuneigung nicht offen gezeigt wird, oder hat die Beziehung aus Gründen, die die eigene Sicherheit betreffen, noch nicht öffentlich gemacht. Mit manchem davon lässt sich leichter umgehen als mit anderem, aber es lohnt sich in jedem Fall, es zu verstehen.

Trenne Zärtlichkeit von Anerkennung. Es ist nachvollziehbar, wenn jemand sich vor anderen lieber nicht küsst oder Händchen hält. Ebenso nachvollziehbar ist es, dass du erwartest, als Partner*in vorgestellt, ins Gespräch einbezogen und freundlich behandelt zu werden.

In der Bedienungsanleitung könnt ihr jeweils beschreiben, was ihr braucht, um euch in der Öffentlichkeit respektiert zu fühlen, wie ihr vorgestellt werden möchtet und was soziale Situationen für euch stressig macht. Nutzt das, um euch auf ein paar kleine, konkrete Dinge zu einigen, etwa einen Blick oder eine Berührung zwischendurch, wenn ihr unter Leuten seid.

Wenn du erfährst, dass die Beziehung versteckt wird oder dein Gegenüber sich für dich schämt, darfst du dich fragen, ob du damit leben kannst. Deine Würde zählt, und zu gehen ist eine legitime Entscheidung, wenn sich nichts ändert.

Sicherheit zuerst

Ein Warnsignal ist es, wenn dein*e Partner*in dich vor anderen beleidigt oder verspottet, zulässt, dass andere dich schlecht behandeln, ohne etwas zu sagen, die Beziehung so versteckt, dass du isoliert bleibst, oder dich hinterher dafür bestraft, wie du dich in Gesellschaft verhalten hast. Wie ein Geheimnis oder etwas Peinliches behandelt zu werden, kann mit der Zeit dein Selbstwertgefühl untergraben.

Wenn dir ein Muster auffällt, bei dem dein*e Partner*in nur freundlich ist, wenn niemand zusieht, und sonst kontrollierend oder grausam, nimm das ernst. Du hast es nicht verdient, herabgesetzt zu werden, und es ist nicht deine Schuld.

Du kannst mit den Hilfetelefonen aus unserer Übersicht „Hilfetelefone“, mit einer Beratungsstelle oder in einer Therapie darüber sprechen. Wenn jemand in akuter Gefahr ist, ruf den Notruf 112.

Tipps

Such dir einen ruhigen, privaten Moment, um das anzusprechen, nicht direkt nach einem Treffen, wenn die Gefühle noch frisch sind.

Sei konkret, was dir aufgefallen ist. „Beim Abendessen mit deinen Eltern hast du mich nicht vorgestellt“ lässt sich leichter besprechen als „Du benimmst dich immer komisch.“

Achte darauf, wie dein*e Partner*in über dich spricht und mit dir umgeht, wenn andere dabei sind. Wirst du einbezogen, wird freundlich über dich gesprochen, und schreitet die Person ein, wenn jemand unhöflich zu dir ist? Beständiges Verhalten über längere Zeit sagt dir mehr als ein einzelner Abend.

Vereinbart ein oder zwei kleine Zeichen der Verbundenheit, die ihr in Gesellschaft nutzen könnt, etwa einen kurzen Check-in oder dass ihr nebeneinander sitzt, damit ihr euch beide als Team fühlt.

Damit es nicht wieder passiert

Ein gutes Gespräch hilft heute. Ein gemeinsames Werkzeug hilft euch, nächsten Monat nicht wieder am selben Punkt zu stehen.

Eine Bedienungsanleitung zeigt deinen Partner*innen, wie du mit Konflikten, Trost und Nähe umgehst, bevor das nächste Missverständnis entsteht.

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Schlagwörter

  • #Zärtlichkeit in der Öffentlichkeit
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  • #Soziale Situationen

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