Was du sagen kannst
Ich möchte euch etwas erzählen, das heute Abend passiert ist. Jemand hat mich angefasst, ohne zu fragen, vor etwa einer Stunde in der Nähe der Spielfläche. Ich kann die Person beschreiben oder euch zeigen. Ich habe dem nicht zugestimmt, und ich bin noch ziemlich durcheinander.
Ich weiß noch nicht, was ich als Nächstes möchte, aber ich will, dass ihr Bescheid wisst, und ich würde gern hören, welche Möglichkeiten ich habe. Gerade bräuchte ich einen ruhigen Platz zum Sitzen und jemanden, der kurz bei mir bleibt.
Wie es weitergeht
Im ersten Moment geht es vor allem um dich. Geh aus der Situation, such deine Begleitung, die Gastgeber*innen oder das Awareness-Team und mach eine Pause oder geh nach Hause, wenn du möchtest. Viele Events haben Gastgeber*innen, Dungeon Monitors oder ein Awareness-Team, das genau für solche Momente da ist. Ob du ihnen davon erzählst und wie viel, entscheidest du. Gute Veranstalter*innen nehmen Meldungen ernst, behalten deinen Namen auf Wunsch für sich und können die Person der Veranstaltung verweisen oder künftig ausschließen.
Solange die Erinnerung frisch ist, schreib auf, was passiert ist: Uhrzeit, Ort, was gesagt wurde und wer in der Nähe war. Du musst mit diesen Notizen nichts anfangen, aber sie halten dir Wege offen.
Sprich in den Tagen danach mit einer Vertrauensperson. Fachberatungsstellen zu sexualisierter Gewalt sind auch nach ungewollten Berührungen für dich da, nicht nur nach schwereren Übergriffen, und du musst nichts entschieden haben, um dort anzurufen. Jemanden ohne Zustimmung sexuell zu berühren, kann vielerorts strafbar sein. Eine Anzeige bei der Polizei ist deshalb ebenfalls eine Möglichkeit, wenn du das willst, jetzt oder später. Im Sicherheitshandbuch im Bereich Sicherheit findest du, wie du dich auf Events vorbereiten kannst, zum Beispiel mit einer Begleitperson und einem Zeichen dafür, dass du Hilfe brauchst.
Sicherheit zuerst
Wenn es über eine Berührung hinausging, wenn du verletzt bist oder vermutest, dass dir etwas ins Getränk gemischt wurde, lass dich ärztlich versorgen. In vielen Regionen können Verletzungen und Spuren vertraulich dokumentiert werden, auch wenn du noch nicht entschieden hast, ob du Anzeige erstattest. Wenn Veranstalter*innen dich abwimmeln, dir die Schuld geben oder die Person schützen, weil sie bekannt ist, sagt das etwas über das Event aus, nicht über dich.
Du kannst vertraulich mit den Hilfetelefonen aus unserer Übersicht „Hilfetelefone“ sprechen. Wenn jemand in akuter Gefahr ist, ruf den Notruf 112.
Tipps
Überleg dir fürs nächste Mal, mit einer Begleitperson hinzugehen und ein Zeichen zu vereinbaren, das „Hol mich hier raus“ bedeutet. Finde gleich beim Ankommen heraus, wer die Gastgeber*innen oder das Awareness-Team sind, damit du weißt, wohin du dich wenden kannst, bevor du es brauchst.
Du schuldest niemandem eine Erklärung dafür, dass du nicht angefasst werden willst, und du darfst jederzeit früher gehen. Wenn du wieder in dieselbe Community gehst, ist es völlig in Ordnung, die Veranstalter*innen vorher zu fragen, ob diese Person da sein wird.
Damit es nicht wieder passiert
Ein gutes Gespräch hilft heute. Ein gemeinsames Werkzeug hilft euch, nächsten Monat nicht wieder am selben Punkt zu stehen.
Safewords, Check-ins und Aftercare geben euch eine gemeinsame Sprache für den Moment, in dem sich etwas nicht mehr gut anfühlt.
Zum SicherheitshandbuchSchlagwörter
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