Was du sagen kannst
Ich merke, dass du dir Sorgen machst, worüber ich in der Therapie rede, und ich bin offen dafür zu hören, was dahintersteckt. Aber die Therapie mache ich für mich, und ich werde weiter hingehen. Worüber ich dort spreche, entscheide ich.
Wenn du Angst hast, dass unser Kink in meiner Therapie verurteilt wird, sag mir, was dich genau beunruhigt. Falls ich mal das Gefühl hätte, dort nicht verstanden zu werden, könnte ich mir eine kinkfreundliche Therapie suchen. Aufzuhören kommt für mich aber nicht infrage.
Wie es weitergeht
Find zuerst heraus, worum es bei der Sorge geht. Die Angst, für den eigenen Kink pathologisiert zu werden, ist real, und du kannst sie ernst nehmen, ohne deine Unterstützung aufzugeben. Du könntest in der Therapie nachfragen, wie dort einvernehmlicher Kink gesehen wird, oder dir eine*n kinkfreundliche*n Therapeut*in suchen, wenn du dich je verurteilt fühlst. Das entscheidest du, es ist keine Bedingung, die dein Gegenüber stellen kann.
Bleib bei deinen Grenzen, was die Vertraulichkeit angeht. Du musst nicht berichten, was du in einer Sitzung gesagt hast, und dein*e Partner*in hat keinen Anspruch darauf, es zu erfahren. Wenn ihr beide Unterstützung für die Beziehung möchtet, kann eine Paarberatung ein zusätzlicher Raum sein, den ihr gemeinsam wählt, neben deiner eigenen Therapie, nicht an ihrer Stelle.
Es kann helfen, deine Bedürfnisse in Worte zu fassen. In deiner Bedienungsanleitung kannst du aufschreiben, welche Unterstützung dir hilft, stabil zu bleiben, auch die Therapie, und wie viel Privatsphäre du brauchst. Wenn du sie an einem ruhigen Tag teilst, wird klar, dass die Therapie zu deiner Selbstfürsorge gehört und keine Bedrohung für dein Gegenüber ist.
Sicherheit zuerst
Jemanden von Unterstützung von außen abzuschneiden, ist ein häufiges Warnsignal in kontrollierenden Beziehungen, mit und ohne Kink. Sei aufmerksam, wenn dein*e Partner*in darauf besteht, dass du aufhörst, wissen will, was du gesagt hast, deine Notizen oder Nachrichten liest, mit Trennung droht, falls du weitermachst, oder behauptet: „Außenstehende werden uns nie verstehen.“ Kein Machtaustausch, egal wie tief, gibt jemandem die Entscheidung über deine Gesundheitsversorgung.
Deine Therapie kann dir helfen, das zu durchdenken. Du kannst dich auch an die Hilfetelefone aus unserer Übersicht „Hilfetelefone“ wenden, um vertraulich darüber zu sprechen. Wenn jemand in akuter Gefahr ist, ruf den Notruf 112.
Tipps
Erzähl in der Therapie von dem Druck. Das ist eine wichtige Information, und Therapeut*innen unterliegen in der Regel der Schweigepflicht, mit engen Ausnahmen etwa bei akuter Gefahr.
Du darfst Termine für dich behalten und Notizen oder Nachrichten auf deinem Handy schützen. Wenn du eine neue Therapie suchst, ist es völlig in Ordnung, schon im Erstgespräch zu fragen, ob Erfahrung mit Kink und einvernehmlichem Machtaustausch da ist.
Damit es nicht wieder passiert
Ein gutes Gespräch hilft heute. Ein gemeinsames Werkzeug hilft euch, nächsten Monat nicht wieder am selben Punkt zu stehen.
Eine Bedienungsanleitung zeigt deinen Partner*innen, wie du mit Konflikten, Trost und Nähe umgehst, bevor das nächste Missverständnis entsteht.
Deine Bedienungsanleitung erstellenSchlagwörter
- #Therapie
- #Isolation
- #Kontrolle
- #kinkfreundlich
- #Privatsphäre