Was du sagen kannst
Ich möchte ehrlich über unser Sexleben reden, weil ich nicht will, dass sich eine*r von uns weiter schlecht damit fühlt. Mir ist klar geworden, dass ich asexuell bin, und deshalb empfinde ich Begehren nicht so wie du. Das hat nichts mit dir zu tun und ändert nichts daran, wie sehr ich dich liebe.
Ich weiß, dass du dir mehr Sex wünschst, und das will ich nicht kleinreden. Können wir darüber sprechen, was jede*r von uns braucht, was für mich in Ordnung ist und wie Nähe für uns beide aussehen könnte?
Wie es weitergeht
Asexualität sieht für alle anders aus. Manche asexuellen Menschen genießen Sex in bestimmten Situationen, manchen ist er gleichgültig, und manche empfinden ihn als unangenehm. Wenn du für dich klärst, wo du stehst, und es offen aussprichst, versteht dein Gegenüber leichter, dass es um deine Orientierung geht und nicht darum, wie attraktiv du dein Gegenüber findest.
Frag, was Sex für deine*n Partner*in bedeutet. Nähe, sich begehrt fühlen, körperliche Entspannung, Bestätigung? Manche dieser Bedürfnisse lassen sich vielleicht auf anderen Wegen erfüllen: Zärtlichkeit, sinnliche Berührung ohne Erwartungen, Worte, gemeinsame Zeit. Andere vielleicht nicht, und es ist ehrlich, das auszusprechen.
In deiner Bedienungsanleitung kannst du beschreiben, wie du Nähe erlebst, welche Berührungen sich gut anfühlen und was du lieber nicht möchtest. So hat dein*e Partner*in etwas Konkretes in der Hand, statt raten zu müssen. Manche Paare finden eine Balance, manche probieren andere Beziehungsformen aus, und manche merken, dass sie sich Unterschiedliches wünschen. Eine Paarberatung, die sich mit Asexualität auskennt, kann euch dabei begleiten.
Sicherheit zuerst
Sex, den du nur aus Schuldgefühl, Angst oder Pflichtgefühl hast, ist nicht freiwillig, und niemand hat jemals Anspruch auf Sex, in keiner Beziehung. Ein Warnsignal ist es, wenn dein*e Partner*in dich unter Druck setzt, aufrechnet, mit Trennung oder Fremdgehen droht, um etwas zu erzwingen, dir sagt, du seist kaputt, oder dich zu einer Therapie drängt, die deine Orientierung „reparieren“ soll.
Wenn du dich unter Druck gesetzt oder unsicher fühlst, kannst du dich an die Hilfetelefone aus unserer Übersicht „Hilfetelefone“ wenden oder mit einer Beratungsstelle sprechen. Auch Communitys asexueller Menschen können dich unterstützen, mit Menschen, die ähnliche Gespräche schon geführt haben.
Tipps
Mach keine Versprechen, die du nicht halten kannst, nur um die Spannung zu lösen, etwa einen festen Rhythmus, vor dem dir graut. Ein kleineres, ehrliches Angebot ist besser als ein größeres, das Groll aufbaut.
Redet regelmäßig darüber, nicht nur, wenn das Thema hochkocht. Ein ruhiges Gespräch alle paar Wochen darüber, wie es euch beiden geht, verhindert, dass daraus eine stille Kränkung wird.
Damit es nicht wieder passiert
Ein gutes Gespräch hilft heute. Ein gemeinsames Werkzeug hilft euch, nächsten Monat nicht wieder am selben Punkt zu stehen.
Eine Bedienungsanleitung zeigt deinen Partner*innen, wie du mit Konflikten, Trost und Nähe umgehst, bevor das nächste Missverständnis entsteht.
Deine Bedienungsanleitung erstellenSchlagwörter
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