Was du sagen kannst
Ich möchte über das Thema Analsex reden, weil es immer wieder aufkommt und langsam beeinflusst, wie ich mich bei dir fühle. Ich habe dir gesagt, dass ich das nicht will, und das ist im Moment immer noch meine Antwort. Wenn du immer wieder fragst, fühlt es sich an, als würde mein Nein nicht zählen, und dann fällt es mir schwer, mich bei dir überhaupt zu entspannen.
Ich möchte, dass du das Thema nicht mehr ansprichst. Falls ich meine Meinung irgendwann ändere, komme ich von selbst darauf zurück. Kannst du dich darauf einlassen?
Wie es weitergeht
Sei klar und konkret. Ein „Heute nicht“ kann wie eine Einladung klingen, morgen wieder zu fragen. Wenn deine Antwort auf absehbare Zeit Nein ist, sag das so, und bitte dein Gegenüber, das Thema nicht mehr anzusprechen. Du schuldest keine Begründung, kannst aber eine nennen, wenn du möchtest.
Es kann helfen zu verstehen, woher der Druck kommt. Manche Menschen haben aus Pornos die Vorstellung übernommen, dass das einfach alle machen, oder sie glauben, es würde eine besondere Art von Nähe beweisen. Du kannst dir die Neugier deines Gegenübers anhören, ohne dass sie für dich etwas entscheidet. Der Wunsch ist echt, deine Grenze auch. Wenn beides aufeinanderprallt, gilt die Grenze.
Mit dem Vereinbarungs-Editor könnt ihr eure Grenzen gemeinsam festhalten, auch eine Absprache darüber, wer ein Thema wann wieder aufgreift. Schwarz auf weiß beendet das oft den Kreislauf aus ständigem Nachfragen, weil die Entscheidung nicht in jedem Gespräch neu verteidigt werden muss.
Sicherheit zuerst
Wiederholtes Nachfragen nach einem klaren Nein, Schmollen, Schuldgefühle, Vergleiche mit Ex-Partner*innen oder die Drohung, es sich woanders zu holen, sind alles Formen von Druck. Analsex ohne Nachfrage zu versuchen, „aus Versehen“ oder mitten in etwas anderem, ist ein sexueller Übergriff, ganz egal, wie eure Beziehung aussieht. Körperlich kann Analsex ohne Zeit, reichlich Gleitmittel und eine wirklich bereite Person Schmerzen und Verletzungen verursachen. Ein Grund mehr, warum er nie unter Druck passieren sollte.
Wenn du dich unsicher fühlst oder zu Sex gedrängt wurdest, den du nicht wolltest, ist das nicht deine Schuld. Du kannst dich an die Hilfetelefone aus unserer Übersicht „Hilfetelefone“ wenden oder dir Unterstützung bei einer Beratungsstelle holen. Wenn du verletzt wurdest, helfen dir eine Arztpraxis oder eine Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit vertraulich weiter. Wenn du in akuter Gefahr bist, ruf den Notruf 112.
Tipps
Leg dir deine Antwort vor dem nächsten Gespräch zurecht, nicht währenddessen. Druck wirkt am stärksten, wenn er dich überrumpelt. Einen Satz parat zu haben, hilft dir, ruhig zu bleiben.
Achte darauf, wie dein*e Partner*in auf ein klares Nein reagiert. Enttäuschung ist in Ordnung, und wer dich respektiert, lässt das Thema ruhen. Wenn es in immer neuer Form zurückkommt, sagt dir das etwas Wichtiges darüber, wie wahrscheinlich auch mit deinen anderen Grenzen umgegangen wird.
Damit es nicht wieder passiert
Ein gutes Gespräch hilft heute. Ein gemeinsames Werkzeug hilft euch, nächsten Monat nicht wieder am selben Punkt zu stehen.
Eine Vereinbarung macht aus eurem Gespräch etwas, auf das ihr beide zurückkommen könnt: Grenzen, Check-ins und was passiert, wenn sich etwas falsch anfühlt.
Gemeinsam eine Vereinbarung schreibenSchlagwörter
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