Was du sagen kannst
Als du gesagt hast, ich sei nicht experimentierfreudig genug, hat mich das verletzt, und ich denke seitdem darüber nach. Ich möchte nicht, dass sich eine*r von uns festgefahren fühlt, und ich würde gern verstehen, was dir fehlt. Ich möchte dir aber auch sagen, dass manche Dinge einfach nichts für mich sind, und die will ich nicht tun, nur um etwas zu beweisen.
Können wir darüber reden, wovon du dir mehr wünschst und was mir auch Spaß machen würde, damit wir Dinge finden, die sich für uns beide gut anfühlen?
Wie es weitergeht
Finde heraus, was dein Gegenüber eigentlich meint. „Experimentierfreudig“ kann neue Stellungen bedeuten, mehr Initiative, einen bestimmten Kink, mehr Reden beim Sex oder einfach mehr Verspieltheit. Oft ist der Wunsch kleiner und konkreter, als das Wort vermuten lässt.
Schau dann auf deine eigene Neugier. Vielleicht gibt es Dinge, die du gern ausprobieren würdest, aber bisher nicht erwähnt hast, und Dinge, die ein klares Nein sind. Im Vorliebentest markiert ihr beide, was ihr liebt, was euch neugierig macht und was ihr nicht wollt, und vergleicht dann die Ergebnisse. So wird aus einem vagen Vorwurf eine gemeinsame Liste, die ihr in einem Tempo erkunden könnt, das für euch beide passt.
Wenn ihr etwas Neues ausprobiert, fangt klein an, sprecht vorher und nachher darüber und denkt daran, dass ihr jederzeit aufhören könnt. Neugier wächst leichter, wenn du dich sicher fühlst, als wenn du dich bewertet fühlst.
Sicherheit zuerst
Druck ist kein Abenteuer. Wenn dein*e Partner*in dich beschämt, mit Ex-Partner*innen vergleicht, damit droht, sich woanders umzusehen, oder ein Nein immer wieder übergeht, ist das Zwang. Sex, dem du nur zustimmst, um Streit oder Kritik zu vermeiden, ist nicht freiwillig.
Wenn du dich zermürbt fühlst oder Angst hast, Nein zu sagen, nimm das ernst. Eine Beratungsstelle oder Therapie kann helfen, und die Hilfsangebote auf unserer Seite „Hilfetelefone“ bieten vertrauliche Unterstützung. Wenn jemand in akuter Gefahr ist, ruf den Notruf 112.
Tipps
Achte darauf, was dir gefällt, und sprich es aus. Wenn du deinem Gegenüber sagst, was du liebst, habt ihr etwas, auf dem ihr aufbauen könnt, und ihr merkt beide, dass ihr nicht bei null anfangt.
Probiert den Ansatz „Ja, Nein, Vielleicht“ und vereinbart, dass alles auf der Vielleicht-Liste nur langsam und mit einem leichten Ausweg erkundet wird. Und bitte dein Gegenüber, auch zu benennen, was es an eurer Intimität schätzt, so wie sie jetzt ist.
Damit es nicht wieder passiert
Ein gutes Gespräch hilft heute. Ein gemeinsames Werkzeug hilft euch, nächsten Monat nicht wieder am selben Punkt zu stehen.
Der Vorliebentest zeigt, was ihr jeweils liebt, neugierig macht oder nicht wollt. So könnt ihr vergleichen, ohne zu raten.
Zum VorliebentestSchlagwörter
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