Was du sagen kannst
Ich möchte mit dir reden, weil du mir sehr wichtig bist. Mir ist aufgefallen, dass du mehr konsumierst als früher, und ich habe Veränderungen an dir bemerkt, die mir Sorgen machen, zum Beispiel bei deinem Schlaf, deiner Stimmung und wie oft Pläne platzen. Ich will dich nicht verurteilen oder beschämen. Ich habe Angst um deine Gesundheit und um uns.
Ich würde mir wirklich wünschen, dass du mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Beratungsstelle darüber sprichst, und ich helfe dir gern, jemanden zu finden. Wärst du bereit, diesen Schritt mit mir zu gehen?
Wie es weitergeht
Probleme mit Substanzkonsum sind ein Gesundheitsthema, und Menschen werden wieder gesund, oft mit professioneller Unterstützung. Such dir für das Gespräch einen Zeitpunkt, an dem dein Gegenüber nüchtern und ruhig ist, und konzentrier dich auf konkrete Beobachtungen statt auf Etiketten wie „süchtig“.
Du kannst niemanden zur Veränderung zwingen, aber du kannst klar sagen, was du brauchst. Mit dem Vereinbarungs-Editor könnt ihr Absprachen festhalten, etwa kein Konsum zu Hause, kein Autofahren nach dem Konsum oder getrenntes Geld, und was du tust, wenn diese Absprachen nicht eingehalten werden.
Hol dir auch selbst Unterstützung. Eine Therapie oder eine Gruppe für Angehörige und Partner*innen von Menschen, die Substanzen konsumieren, kann dir helfen, bei dir zu bleiben. Wenn Hilfe weiter abgelehnt wird und die Situation dir schadet, ist es eine legitime Entscheidung, auf Abstand zu gehen oder dich zu trennen, und kein Versagen deiner Liebe.
Sicherheit zuerst
Über ein schwieriges Gespräch hinaus geht es, wenn dein*e Partner*in berauscht Auto fährt, beim Konsum aggressiv oder gewalttätig wird, dir Geld stiehlt oder nimmt, dich drängt, mitzukonsumieren, oder dich in sexuelle Situationen drängt, während eine*r von euch berauscht ist. Deine Sicherheit geht vor, und nichts davon ist deine Schuld.
Wenn du jemals eine Überdosis befürchtest, etwa bei fehlender Reaktion, sehr langsamer oder aussetzender Atmung oder blauen Lippen, ruf sofort den Notruf 112. Für längerfristige Unterstützung wende dich an eine Beratungsstelle, eine Therapie oder die Hilfetelefone aus unserer Übersicht „Hilfetelefone“.
Tipps
Informier dich vor dem Gespräch über Behandlungsmöglichkeiten, etwa die Hausarztpraxis, ambulante Suchtberatung und Selbsthilfegruppen, damit du konkrete nächste Schritte anbieten kannst und nicht nur Sorge.
Verleih kein Geld, entschuldige keine Fehlzeiten bei der Arbeit und verheimliche das Problem nicht vor anderen. Das fühlt sich im Moment wie Freundlichkeit an, kann aber dazu beitragen, dass das Muster weitergeht.
Nimm jeden Schritt in Richtung Hilfe wahr und erkenne ihn an, auch kleine. Und mach weiter mit dem, was dir Kraft gibt, wie Zeit mit Freund*innen, Schlaf und deinen eigenen Routinen, denn du kannst niemanden gut unterstützen, wenn du selbst auf Reserve läufst.
Damit es nicht wieder passiert
Ein gutes Gespräch hilft heute. Ein gemeinsames Werkzeug hilft euch, nächsten Monat nicht wieder am selben Punkt zu stehen.
Eine Vereinbarung macht aus eurem Gespräch etwas, auf das ihr beide zurückkommen könnt: Grenzen, Check-ins und was passiert, wenn sich etwas falsch anfühlt.
Gemeinsam eine Vereinbarung schreibenSchlagwörter
- #Drogen
- #Substanzkonsum
- #Sucht
- #Gesundheit
- #Sorge
- #Unterstützung