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Beziehungsvereinbarungen

Rigger/Rope-Bunny-Vereinbarung

Rigger*in / Rope Bunny

Spezielle Vereinbarung für Seilbondage mit Regeln zur Seilsicherheit, Protokollen für Suspensions, Notfallplänen und Durchblutungskontrollen.

Diese Vorlage ist ein Werkzeug fürs Gespräch zwischen einvernehmlich handelnden Erwachsenen. Sie ist kein rechtlich bindender Vertrag, und Zustimmung kann jederzeit zurückgezogen werden.

Beziehungsvereinbarung

Rigger/Rope-Bunny-Vereinbarung

Datum:

Rigger*in / Rope Bunny

Diese Rigger/Rope-Bunny-Vereinbarung begründet eine einvernehmliche Seilbondage-Beziehung zwischen Rigger (der Person, die fesselt) und Rope Bunny (der Person, die gefesselt wird). Sie betont, dass Seilbondage eine Kunstform und eine intime Verbindung ist und Risiken mit sich bringt, die sorgfältig im Blick behalten werden müssen. Diese Vereinbarung ist ein Werkzeug für eure Kommunikation und kein rechtlich bindender Vertrag.

Zweck

Diese Vereinbarung legt Sicherheitsprotokolle, Kommunikationswege und Grenzen für Seilbondage fest. Beide erkennen die körperlichen Risiken der Seilarbeit an und verpflichten sich zu fortlaufender Weiterbildung, sicheren Praktiken und klarer Kommunikation, um die Risiken möglichst gering und Verbundenheit und Genuss möglichst groß zu halten.

Wichtiger rechtlicher Hinweis

Dieses Dokument ist eine persönliche Vereinbarung zwischen einvernehmlich handelnden Erwachsenen. Es ist kein rechtlich bindender Vertrag.

Alle Aktivitäten müssen mit den geltenden Gesetzen vereinbar sein. Beide Beteiligten müssen mindestens 18 Jahre alt sein.

Beteiligte

Partner*in 1
Name:
Geburtsdatum:
Kontakt:
Partner*in 2
Name:
Geburtsdatum:
Kontakt:

Grundprinzipien Verpflichtend

Diese Vereinbarung beruht auf den folgenden Prinzipien:

  • SSC (Safe, Sane, Consensual: sicher, mit klarem Verstand, einvernehmlich)
  • RACK (Risk-Aware Consensual Kink: risikobewusster, einvernehmlicher Kink)
  • Begeistertes, informiertes und fortlaufendes Einvernehmen
  • Das Recht, das Einvernehmen jederzeit zurückzuziehen

Safewords und Signale Verpflichtend

Rot (sofort aufhören):
Gelb (langsamer werden oder nachfragen):
Grün (weitermachen):

Entscheidend: Safewords müssen sofort respektiert werden, ohne Nachfrage und ohne Zögern.

Hard Limits (Tabus)

Hard Limits von Partner*in 1

Hard Limits von Partner*in 2

Praktiken

Praktiken, die in dieser Dynamik oft vorkommen. Kreuzt an, was passt, streicht, was nicht passt, und ergänzt Notizen oder Grenzen.

  • Bodenbondage: Seilbondage, bei der die gefesselte Person am Boden bleibtNotizen und Grenzen:
  • Dekorative Fesselungen: Ästhetische Seilarbeit (Shibari/Kinbaku)Notizen und Grenzen:
  • Funktionale Fesselung: Seil, um die Bewegung einzuschränkenNotizen und Grenzen:
  • Teilsuspension: Ein Teil des Körpergewichts wird vom Seil getragenNotizen und Grenzen:
  • Vollsuspension: Das gesamte Körpergewicht hängt im Seil (nur für Erfahrene)Notizen und Grenzen:
  • Sensation Play mit Seil: Struktur und Reibung des Seils als Empfindung nutzenNotizen und Grenzen:
  • Fotografie: Seilarbeit dokumentieren (mit Zustimmung)Notizen und Grenzen:
  • Predicament Bondage: Fesselungen, die herausfordernde Zwickmühlen-Positionen erzeugenNotizen und Grenzen:
  • Sonstiges:

Toys und Ausrüstung

Kreuzt an, was ihr nutzen wollt, und notiert konkrete Gegenstände oder Grenzen.

  • Seile (verschiedene Längen): Wichtigstes Werkzeug: Naturfaser oder KunstfaserNotizen und Grenzen:
  • Sicherheitsschere (Rettungsschere): Pflicht, um schnell lösen zu könnenNotizen und Grenzen:
  • Aufhängering/Aufhängepunkt: Sicherer, auf seine Traglast geprüfter AufhängepunktNotizen und Grenzen:
  • Karabiner: Für Verbindungen bei SuspensionsNotizen und Grenzen:
  • Fallschutzmatte: Schutzpolster unter der SuspensionNotizen und Grenzen:
  • Kissen/Stütze: Für mehr Bequemlichkeit bei BodenfesselungenNotizen und Grenzen:
  • Decke: Für Wärme und AftercareNotizen und Grenzen:
  • Seiltasche: Aufbewahrung und OrdnungNotizen und Grenzen:
  • Sonstiges:

Regeln und Protokolle

Übliche Regeln für diese Dynamik. Behaltet, ändert oder streicht sie, so wie ihr es vereinbart.

  • Die Sicherheitsschere ist jederzeit in Griffweite
  • Durchblutungskontrollen alle 5 bis 10 Minuten (an Händen und Füßen öfter)
  • Sofort lösen bei Taubheit, Kribbeln oder Farbveränderung
  • Eine gefesselte Person niemals allein lassen, auch nicht für einen Moment
  • Kein Seil um den Hals und nichts, was die Atmung einschränkt
  • Safewords und nonverbale Signale sind vereinbart (falls das Sprechen eingeschränkt ist)
  • Rigger bleibt nüchtern: kein Fesseln unter Alkohol- oder Drogeneinfluss
  • Rope Bunny meldet jedes Unbehagen sofort
  • Maximale Zeit in der Fesselung: am Boden 30 Min., in der Suspension 10 Min. (außer bei entsprechender Erfahrung)
  • Wissen über typische Seilverletzungen und Anzeichen von Nervenschäden
  • Weitere Regel:

Sicherheitskontrollen und Durchblutung

Rigger überprüft regelmäßig Durchblutung und Nervenfunktion:

Sichtkontrollen:

  • Hautfarbe (blass, violett oder rot = Problem)
  • Schwellungen über die Seilabdrücke hinaus
  • Starkes Zittern oder Muskelermüdung

Körperliche Kontrollen:

  • Temperatur von Händen und Füßen (kalt = schlechte Durchblutung)
  • Kapillarfüllung (auf den Nagel drücken, er sollte innerhalb von 2 Sekunden wieder rosa werden)
  • Gefühlstest (wird eine leichte Berührung gespürt?)
  • Motorik (lassen sich Finger und Zehen bewegen?)

Verbale Checks:

  • „Ist irgendetwas taub oder kribbelt es?“
  • „Schmerzlevel von 1 bis 10?“
  • „Soll ich etwas anpassen?“
  • „Farbe?“ (Rot/Gelb/Grün)

Warnzeichen, bei denen sofort gelöst wird:

  • Taubheit oder Gefühlsverlust
  • Kribbeln oder „Ameisenlaufen“
  • Blasse, violette oder fleckige Haut
  • Schwellung
  • Kälte
  • Finger oder Zehen lassen sich nicht bewegen
  • Stechender Schmerz (nicht nur unangenehmer Druck)
  • Rope Bunny bittet darum, gelöst zu werden

Risikobereiche, auf die kein Druck kommen darf:

  • Vorderseite und Seiten des Halses
  • Achseln (Armnervengeflecht)
  • Ellenbeugen (Mittelnerv)
  • Handgelenke (Speichennerv/Ellennerv)
  • Kniekehlen
  • Knöchel (Wadenbeinnerv)

Sicherheitsprotokoll für Suspensions

Suspension ist fortgeschrittene Seilbondage. Voraussetzungen, bevor ihr sie versucht:

Mindesterfahrung:

  • Rigger: über 100 Stunden Erfahrung mit Bodenbondage
  • Rope Bunny: fühlt sich über 20 Minuten lang in Bodenfesselungen wohl
  • Beide: Ausbildung durch qualifizierte Lehrende
  • Übung: vorher mindestens 20 gemeinsame Bodenfesselungen

Anforderungen an die Ausrüstung:

  • Aufhängepunkt, getestet auf mindestens das Dreifache des Körpergewichts
  • Professionelle Montage oder Prüfung
  • Mehrere redundante Befestigungspunkte
  • Zertifizierte Karabiner (Kletterausrüstung)
  • Fallschutzmatte oder Polsterung darunter
  • Sicherungsperson (Spotter) bei den ersten Versuchen

Richtlinien für Suspensions:

  • Nur mit Teilgewicht beginnen
  • Erste Suspension: maximal 5 Minuten
  • Rigger hält ständig Körperkontakt
  • Den Ausstieg planen, bevor es nach oben geht
  • Das Vorgehen zum Lösen im Notfall kennen
  • Niemals allein oder ohne Sicherungsperson suspendieren

Hard Limits bei Suspensions:

  • Keine Kopfüber-Suspensions (Schlaganfallrisiko)
  • Keine Suspensions, die nur über den Schritt tragen
  • Maximal 15 Minuten, auch bei Erfahrung
  • Sofort lösen bei jedem Nervensymptom

Vorgehen im Notfall

Beide müssen das Vorgehen im Notfall kennen:

Sofort lösen, wenn:

  • Gefühlsverlust oder Kribbeln auftritt
  • Atemprobleme auftreten
  • ein stechender Schmerz auftritt (nicht nur unangenehmer Druck)
  • sich die Hautfarbe verändert
  • Rope Bunny das Safeword nutzt
  • Rigger sich beim Weitermachen unwohl fühlt
  • die Ausrüstung versagt
  • es zu irgendeiner Verletzung kommt

Vorgehen beim Lösen im Notfall:

  • Seil mit der Sicherheitsschere durchschneiden (keine Zeit mit Aufknoten verlieren)
  • Den Körper stützen, falls er hängt
  • Wenn möglich vorsichtig ablassen, sonst schneiden und auffangen
  • Durchblutung und Gefühl prüfen
  • Das durchgeschnittene Seil zur späteren Untersuchung aufbewahren
  • Nach dem Lösen massieren und bewegen
  • Danach mindestens 30 Minuten weiter beobachten
  • Ärztliche Hilfe suchen, wenn die Symptome anhalten

Medizinische Notfallkontakte:

  • Notruf: 112
  • Hausarztpraxis: [Telefonnummer]
  • Medizinische Fachperson mit Seilerfahrung: [falls vorhanden]
  • Krankenhaus: [Adresse der nächsten Notaufnahme]

Symptome von Nervenschäden:

  • Taubheit, die länger als 20 Minuten nach dem Lösen anhält
  • Schwäche im betroffenen Bereich
  • Verlust der Feinmotorik
  • Schmerzen, die länger anhalten als übliche Seilspuren
  • Jedes dieser Symptome muss ärztlich abgeklärt werden

Aftercare-Bedürfnisse Verpflichtend

Aftercare-Bedürfnisse von Partner*in 1

Aftercare-Bedürfnisse von Partner*in 2

Zeit und Verbindlichkeit

Kreuzt die Dynamik an, auf die ihr euch einigt.

  • 24/7-Dynamik: Der Machtaustausch gehört zum Alltag, nicht nur zu Sessions, und zwar innerhalb der Grenzen und Protokolle, die ihr vereinbart.
  • Nur im Schlafzimmer: Die Dynamik gilt nur in intimen oder sexuellen Situationen. Außerhalb davon begegnet ihr euch auf Augenhöhe.
  • Geplante Sessions: Ihr plant Sessions im Voraus, mit festem Zeitpunkt, festem Ort und einem Vorgespräch.
  • Locker / nach Lust und Laune: Sessions finden statt, wenn ihr beide Lust darauf habt, ohne festen Zeitplan. Jede Session wird trotzdem vorher abgesprochen.
  • Fernbeziehung: Ihr lebt getrennt und pflegt die Dynamik über Nachrichten, Anrufe, Videocalls und geplante Besuche.

Verpflichtende Sicherheitsregeln Nicht verhandelbar

  • Regelmäßige Kommunikation: Die Partner*innen sprechen regelmäßig über Wohlbefinden, Grenzen und Wünsche.
  • Respekt vor Safewords: Safewords werden sofort und ohne Nachfrage beachtet.
  • Aftercare: Nach jeder Session gibt es passende Aftercare.
  • Respekt vor Grenzen: Alle genannten Limits und Grenzen werden respektiert.
  • Fortlaufendes Einvernehmen: Einvernehmen gilt fortlaufend und kann jederzeit zurückgezogen werden.
  • Keine Aktivitäten unter Einfluss: Keine Sessions unter dem Einfluss von Drogen oder Alkohol.
  • Vorgehen im Notfall: Beide kennen die Notfallkontakte und das Vorgehen im Notfall.

Unterschriften

Mit ihrer Unterschrift bestätigen beide Beteiligten, dass sie diese Vereinbarung gelesen und verstanden haben und mit allen Punkten einverstanden sind.

Partner*in 1:

Datum

Partner*in 2:

Datum

Wichtige Hinweise

  • Diese Vereinbarung kann jederzeit in gegenseitigem Einvernehmen geändert werden.
  • Überprüft sie regelmäßig, zum Beispiel alle 3 bis 6 Monate.
  • Einvernehmen kann jederzeit zurückgezogen werden.
  • Kommunikation ist der Schlüssel zu einer gesunden Beziehung.
  • Stellt Sicherheit, Einvernehmen und gegenseitigen Respekt immer an erste Stelle.

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