Was du sagen kannst
Ich möchte über etwas reden, das mir aufgefallen ist, wenn wir unterwegs sind. Manchmal bist du ziemlich harsch zu Kellner*innen oder Leuten an der Kasse, und dabei fühle ich mich richtig unwohl. Ich weiß, dass du in solchen Momenten vielleicht gestresst oder frustriert bist, aber es ist schwer für mich, das mitzuerleben.
Können wir darüber reden, was in solchen Momenten in dir vorgeht? Mir ist es wichtig, dass wir freundlich mit Menschen umgehen, auch wenn mal etwas schiefläuft.
Wie es weitergeht
Sprich es später unter vier Augen an, nicht vor der betroffenen Person. Nenn ein konkretes Beispiel und erklär, wie es sich für dich angefühlt hat. Manchmal erkennen Menschen ihre eigenen Muster erst, wenn jemand, dem sie vertrauen, sie darauf hinweist.
Hör hin, was dahintersteckt. Stress, Hunger, Angst oder eine Herkunft, in der dieses Verhalten normal war, können eine Rolle spielen. Das entschuldigt nichts, kann aber zeigen, was helfen könnte. Mit der Bedienungsanleitung könnt ihr eure Werte teilen und was ihr jeweils braucht, wenn ihr gestresst seid.
Achte darauf, was danach passiert. Wenn dein*e Partner*in nachdenkt und sich bemüht, ist das ein gutes Zeichen. Wird es abgetan oder werden Menschen weiter mit Verachtung behandelt, darfst du dich fragen, ob eure Werte zusammenpassen und wie sich das mit der Zeit in eurer Beziehung zeigen könnte.
Sicherheit zuerst
Unhöflichkeit gegenüber Fremden ist kein Beweis dafür, dass jemand dich schlecht behandeln wird. Wenn du aber Verachtung, Einschüchterung, Anschreien oder Drohungen gegenüber anderen bemerkst, achte darauf, ob sich ähnliches Verhalten jemals auch gegen dich richtet, etwa indem du herabgesetzt, kontrolliert oder in Angst versetzt wirst.
Wenn das so ist, ist es nicht deine Schuld, und eine Beratungsstelle oder die Hilfetelefone aus unserer Übersicht „Hilfetelefone“ können dir helfen, deine Möglichkeiten zu durchdenken. Wenn jemand in akuter Gefahr ist, ruf den Notruf 112.
Tipps
Leb das Verhalten vor, das du dir wünschst: Bedank dich bei der Bedienung, lächle die Person an der Kasse an und entschuldige dich leise, wenn etwas, das dein Gegenüber gesagt hat, harsch war.
Nimm Momente wahr, in denen dein*e Partner*in gut mit Frust umgeht, und zeig, dass du das schätzt. Positives Feedback wirkt meist besser als Kritik allein.
Wenn bestimmte Situationen zuverlässig Unhöflichkeit auslösen, etwa Hunger oder lange Schlangen, plant sie ein, wo es geht. Und wenn es immer wieder passiert, ist es okay, aus der Situation zu gehen, statt daneben stehen zu bleiben.
Damit es nicht wieder passiert
Ein gutes Gespräch hilft heute. Ein gemeinsames Werkzeug hilft euch, nächsten Monat nicht wieder am selben Punkt zu stehen.
Eine Bedienungsanleitung zeigt deinen Partner*innen, wie du mit Konflikten, Trost und Nähe umgehst, bevor das nächste Missverständnis entsteht.
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