Zum Inhalt springen
Consation
EN

Der Situationsraum

Mein*e Partner*in trinkt zu viel und wird dann ein anderer Mensch

Kommunikation

Du bist nicht allein

Nüchtern fühlt sich alles gut an. Nach dem Trinken kann dein*e Partner*in gemein, rücksichtslos oder peinlich werden, und du weißt nie genau, welche Version du gerade erlebst. Vielleicht graut dir inzwischen vor Wochenenden, Partys oder Abenden außer Haus.

Mit dieser Unberechenbarkeit zu leben, ist erschöpfend, und du darfst dir eingestehen, dass es dich verletzt. Jemanden zu lieben, heißt nicht, dass du so tun musst, als wäre alles in Ordnung.

Was du sagen kannst

Ich möchte über etwas reden, das mich belastet. Wenn du trinkst, vor allem viel, wirkst du wie ein anderer Mensch, und in solchen Momenten fühle ich mich bei dir nicht sicher und nicht entspannt. Das passiert so oft, dass mir schon vor den Wochenenden graut, und so möchte ich mich bei unserer gemeinsamen Zeit nicht fühlen.

Ich liebe dich und möchte dich unterstützen. Wärst du bereit, dir dein Trinken zusammen mit mir anzuschauen und vielleicht mit jemandem darüber zu sprechen?

Pass die Worte an, bis sie nach dir klingen. Such dir einen ruhigen Moment aus, nicht mitten im Streit.

Wie es weitergeht

Führe dieses Gespräch, wenn dein*e Partner*in nüchtern ist und ihr beide ruhig seid, nicht mitten in einer Trinkphase oder am Morgen nach einem Streit. Beschreibe konkrete Situationen und wie sie sich auf dich ausgewirkt haben, statt deinem Gegenüber einen Stempel aufzudrücken.

Es kann helfen, klare Grenzen zu vereinbaren, zum Beispiel wie viel Alkohol zu Hause okay ist oder was du tust, wenn es aus dem Ruder läuft. Mit dem Vereinbarungs-Editor könnt ihr diese Absprachen so formulieren, dass ihr beide sie versteht.

Veränderungen beim Alkohol brauchen oft Unterstützung von außen. Ärzt*innen, eine Therapie, eine Suchtberatungsstelle oder eine Selbsthilfegruppe können deinem Gegenüber helfen, und Gruppen für Angehörige und Partner*innen von Menschen, die trinken, können auch dir helfen. Wenn das Problem nicht anerkannt wird und sich nichts ändert, ist es eine legitime Entscheidung, zu gehen.

Sicherheit zuerst

Betrunkensein ist nie eine Entschuldigung für Gewalt oder Missbrauch. Wenn dein*e Partner*in nach dem Trinken aggressiv, bedrohlich oder gewalttätig wird oder dich sexuell unter Druck setzt, ist das nicht deine Schuld, und deine Sicherheit geht vor. Achte auch auf Fahren unter Alkohol, Filmrisse oder Situationen, in denen Kinder gefährdet werden.

Wenn du dich nicht sicher fühlst, verlass die Situation und geh zu jemandem, dem du vertraust. Überleg, mit einer Beratungsstelle einen Sicherheitsplan zu machen, oder nutze die Hilfetelefone aus unserer Übersicht „Hilfetelefone“. Wenn jemand in akuter Gefahr ist, ruf den Notruf 112.

Tipps

Setz Grenzen, die dein eigenes Handeln betreffen, nicht das der anderen Person. Zum Beispiel: Wenn dein*e Partner*in betrunken und unfreundlich ist, übernachtest du bei einer Freundin oder einem Freund. Und dann zieh das ruhig durch.

Versuch nicht, mit jemandem zu diskutieren, der betrunken ist. Heb wichtige Gespräche für nüchterne Momente auf.

Kümmere dich auch um dich selbst. Pflege deine Freundschaften und Routinen und überleg, mit einer Therapeutin oder einem Therapeuten darüber zu sprechen, wie dich das belastet, ganz unabhängig davon, ob dein Gegenüber sich Hilfe holt.

Damit es nicht wieder passiert

Ein gutes Gespräch hilft heute. Ein gemeinsames Werkzeug hilft euch, nächsten Monat nicht wieder am selben Punkt zu stehen.

Eine Vereinbarung macht aus eurem Gespräch etwas, auf das ihr beide zurückkommen könnt: Grenzen, Check-ins und was passiert, wenn sich etwas falsch anfühlt.

Gemeinsam eine Vereinbarung schreiben

Schlagwörter

  • #Alkohol
  • #Trinken
  • #Sucht
  • #Grenzen
  • #Sicherheit

Explizite Seiten ab 18 erscheinen nicht in der Suche. Du findest sie über die Bibliothek und das A bis Z.