Was du sagen kannst
Ich möchte über etwas reden, das mich beschäftigt, und ich möchte es behutsam tun. Mir ist aufgefallen, dass du vor allem dann Lust auf Sex zu haben scheinst, wenn du getrunken hast, und dadurch bin ich unsicher, ob du mich auch nüchtern willst. Ich würde mich dir gern auch in klaren Momenten nah fühlen.
Gibt es etwas an nüchterner Intimität, das für dich schwieriger ist? Ich verurteile dich nicht. Ich möchte nur verstehen und herausfinden, was uns beiden helfen würde, uns wohlzufühlen.
Wie es weitergeht
Geh das neugierig an, nicht mit Vorwürfen. Alkohol senkt Hemmungen, deshalb nutzen ihn manche Menschen, um Ängste, Sorgen um den eigenen Körper, anerzogene Scham oder die Folgen schwieriger Erfahrungen zu dämpfen. Andere entspannen sich einfach mehr an Abenden, an denen sie unterwegs sind. Das erfährst du nur, wenn du fragst.
Der Vorliebentest kann euch helfen, darüber zu reden, was ihr genießt und was sich leichter oder schwerer anfühlt. Das kann nüchterner Intimität den Druck nehmen.
Wenn sich dein Gegenüber zu etwas Tieferem öffnet, kann eine Sexualtherapie oder Beratung helfen. Werden deine Sorgen komplett abgetan oder scheint das Trinken selbst zuzunehmen, ist es in Ordnung, das immer wieder anzusprechen und auf dein eigenes Wohlbefinden zu achten.
Sicherheit zuerst
Einvernehmen zählt besonders, wenn Alkohol im Spiel ist. Wer sehr betrunken ist, kann möglicherweise nicht einwilligen, und das gilt auch für dich. Es ist in Ordnung, Nein zu sagen oder zu warten, bis ihr beide nüchtern seid, und zu pausieren, wenn eine*r von euch zu berauscht wirkt.
Wenn das Trinken mit Aggression, Druck zum Sex oder Verhalten einhergeht, das dir Angst macht, geht das über unterschiedliches Begehren hinaus, und es ist nicht deine Schuld. Eine Beratungsstelle oder Therapie kann helfen, ebenso die Hilfetelefone aus unserer Übersicht „Hilfetelefone“. Wenn jemand in akuter Gefahr ist, ruf den Notruf 112.
Wenn du dir Sorgen machst, dass das Trinken deines Gegenübers zum Problem geworden ist: Es gibt Selbsthilfegruppen und professionelle Hilfe, für die betroffene Person und auch für dich als Partner*in.
Tipps
Baut nüchterne Nähe langsam auf, mit Berührungen ohne Druck, etwa Kuscheln, Massagen oder Knutschen ohne Erwartung an Sex. Vertrautheit wächst, wenn nichts passieren muss.
Schafft eine entspannte Atmosphäre: gedämpftes Licht, Zeit ohne Eile und die Möglichkeit, gemeinsam abzuschalten. Manches von dem, was Alkohol bewirkt, kann auch einfach aus dem Gefühl entstehen, sicher und ohne Zeitdruck zu sein.
Frag, was deinem Gegenüber helfen würde, sich nüchtern selbstbewusster zu fühlen, und erzähl, was dir hilft. Konzentrier dich auf die schönen Momente, statt jedes Mal mitzuzählen, wenn es nicht geklappt hat.
Damit es nicht wieder passiert
Ein gutes Gespräch hilft heute. Ein gemeinsames Werkzeug hilft euch, nächsten Monat nicht wieder am selben Punkt zu stehen.
Der Vorliebentest zeigt, was ihr jeweils liebt, neugierig macht oder nicht wollt. So könnt ihr vergleichen, ohne zu raten.
Zum VorliebentestSchlagwörter
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