Was du sagen kannst
Ich möchte über etwas reden, das mich verletzt. Manchmal erwähnst du beim Sex jemanden, mit dem du früher zusammen warst, und vergleichst Dinge mit dem, was ihr damals gemacht habt. Ich glaube nicht, dass du mich verletzen willst, aber ich fühle mich dann, als würde ich an jemand anderem gemessen, und es reißt mich aus dem Moment.
Können wir vereinbaren, dass Ex-Partner*innen in unserer intimen Zeit keine Rolle spielen? Wenn du etwas ausprobieren möchtest, höre ich das sehr gern als etwas, das du dir mit mir wünschst. Was meinst du?
Wie es weitergeht
Viele erwähnen frühere Erfahrungen, ohne darüber nachzudenken, wie das ankommt, und oft ist es eine ungeschickte Art, eine Vorliebe auszudrücken. Wenn du einen klareren, freundlicheren Weg anbietest, Vorlieben mitzuteilen, löst das einen großen Teil des Problems.
Eine Bedienungsanleitung kann euch beiden helfen zu beschreiben, was ihr genießt, was ihr ausprobieren möchtet und wie ihr euch Feedback zur Intimität am liebsten gebt.
Wenn sich dein*e Partner*in entschuldigt und damit aufhört, erkenne das an. Gehen die Vergleiche nach einer klaren Bitte weiter, darfst du dich fragen, ob deine Grenze respektiert wird. Wenn es so wirkt, als hänge dein*e Partner*in gedanklich noch an einer früheren Beziehung, kann das ein eigenes ehrliches Gespräch wert sein.
Sicherheit zuerst
Ernster wird es, wenn Vergleiche gezielt eingesetzt werden, um dich zu verletzen oder zu beschämen, wenn dein Körper oder dein Können im Bett regelmäßig verspottet werden oder wenn du zu sexuellen Handlungen gedrängt wirst, weil ein*e Ex das mitgemacht hat.
Jede sexuelle Handlung sollte frei gewählt sein. Du kannst jederzeit aufhören oder pausieren, und dafür musst du dich nie entschuldigen. Wenn dir das Gefühl gegeben wird, nicht zu genügen, damit du bei etwas mitmachst, ist das nicht deine Schuld.
Eine Beratungsstelle oder Sexualtherapie kann helfen, und die Hilfetelefone aus unserer Übersicht „Hilfetelefone“ bieten vertrauliche Unterstützung, wenn du dich unter Druck gesetzt oder unsicher fühlst. Wenn jemand in akuter Gefahr ist, ruf den Notruf 112.
Tipps
Sprich das außerhalb des Schlafzimmers an, wenn ihr beide entspannt seid, und nicht im Moment selbst.
Biete eine andere Formulierung an: „Ich würde gern mal … ausprobieren“ statt „Mein Ex hat immer …“. So kann dein*e Partner*in Vorlieben teilen, ohne zu vergleichen.
Wenn es wieder passiert, ist es in Ordnung, kurz zu pausieren und ruhig zu sagen: „Weißt du noch, worüber wir gesprochen haben? Lass uns bei uns bleiben.“ Du kannst auch ganz aufhören, wenn du das brauchst.
Damit es nicht wieder passiert
Ein gutes Gespräch hilft heute. Ein gemeinsames Werkzeug hilft euch, nächsten Monat nicht wieder am selben Punkt zu stehen.
Eine Bedienungsanleitung zeigt deinen Partner*innen, wie du mit Konflikten, Trost und Nähe umgehst, bevor das nächste Missverständnis entsteht.
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